Eine Zeit lückenloser Erkenntnisunterdrückung

Dient Gott, solange ihr es noch könnt, denn wir leben in einer schlimmen Zeit.“ Epheser 5,16

„Wir leben in einer schlimmen Zeit!“ Diesen Stoßseufzer hört man in der Hamerschen Herde oft. Ja, in den guten alten Zeiten, als Hamer noch nicht als skrupellos verlogener Todesengel bekannt war und sogar seinen eigenen Krebs noch erfolgreich schulmedizinisch behandeln ließ, da war die Welt in Ordnung. Damals, Anfang der Achtziger, bediente Hamer sich ausgiebig der Medien, um seine nagelneue „Entdeckung“ publik zu machen. Er tingelte durch die Gesundheitsmagazine der Fernsehanstalten, gab hoffnungweckende Interviews im Radio und brüstete sich in Zeitungen und Magazinen mit seinen angeblich sensationellen Erfolgen bei der Bekämpfung aller möglichen Krebsgeschwüre. Wo immer ein Reporter seine Kamera aufbaute oder ein Journalist seinen Stift zückte, war der charismatische Guru-Anwärter zur Stelle, um seine Weltsicht kundzutun und wohlwollende Fragen zu beantworten. Sein Ziel war damals schon die vollständige Ablösung der „Alten Schulmedizin“ durch seine „Neue Medizin“, die um so vieles einfacher, logischer und erfolgreicher sein werde. Die Präsenz seines Namens und seiner Ideen in den Medien sah er als unverzichtbares Mittel, der „Neuen“ zum Durchbruch zu verhelfen.  Er wollte als Heilsbringer in die Geschichte der Medizin eingehen.

Nicht alle Lügen stammen von BILDSeine Öffentlichkeitskampagne brachte ihm rasch die erhoffte Aufmerksamkeit und viele ratsuchende Patienten. In Bad Krozingen eröffnete er das private „Sanatorium Rosenhof“, dann das „Haus Dammersmoor“ in Gyhum bei Bremen und schließlich die Privatklinik „Amici di Dirk“ in Katzenelnbogen. Niemand machte ihm Vorschriften über die anzuwendende Behandlungsmethode, er hatte also völlig freie Hand, die Vorteile seiner „Neuen Medizin“ im Menschenversuch unter Beweis zu stellen. Die Medien warteten gespannt auf seine ersten Erfolge.

Doch die blieben aus. Hamer hatte nur Tote vorzuweisen. Nicht ein einziger seiner krebskranken Patienten überlebte das untätige Warten auf Heilung. Daraufhin sahen ihm die Journalisten genauer auf die Finger und entdeckten allerlei kleinere und größere Lügen, mit denen Hamer sein Bild als Erlöser der Menschheit aufrechterhalten wollte. Was er selber verlauten ließ und was seine Angestellten zu berichten wußten, paßte überhaupt nicht zusammen. Auch die Behörden wurden aktiv, schlossen seine „Behandlungs“-Häuser und entzogen ihm schließlich die ärztliche Zulassung. Hamer deutete das als Zeichen für eine Verschwörung gegen ihn und seine Erkenntnisse. Der Tod seiner Patienten sei eine Folge der kritischen Berichterstattung gewesen, die bei den Kranken zu Zweifeln an seiner Behandlungsweise geführt und damit das ungehinderte Wirken der „Naturgesetze“ verhindert hätte, versuchte er sein grandioses Scheitern kleinzureden. Von da an nahm er die Öffentlichkeitsarbeit selbst in die Hand und empfing nur noch die Journalisten, von denen er eine positive Berichterstattung erwarten konnte. Er begann, seine Anhänger hierarchisch zu organisieren und darin zu schulen, in ihrer Region eigenständig Propaganda für seine „Neue“ zu machen. Die Hamer-Sekte war geboren und reißt seither gnadenlos kranke Jünger in den Tod.

Das Selbstbild der Sekte ist naturgemäß ein völlig anderes:

„Wir leben in einer schlimmen Zeit! Mit dieser lückenlosen Erkenntnisunterdrückung der Germanischen und mithilfe der täglichen Panikmache einer allgegenwärtigen Propaganda-Maschinerie, treibt man die ahnungslosen Patienten scharenweise in die Krebs-Zentren und entsorgt sie fließbandmäßig mit Chemo und Morphium.“ Helmut Pilhar

Eine mögliche, nötige und mehr als überfällige Erkenntnis aus dem völligen Versagen der „Neuen Medizin“ im praktischen Einsatz ist z.B., daß die dahinterstehenden Thesen eher Hirngespinste als Naturgesetze sind und zumindest neu überdacht,  wenn nicht gleich ganz verworfen werden sollten. Diese Erkenntnis wird jedoch innerhalb der Sekte systematisch unterdrückt, nicht zuletzt auch von Pilhar. Er kennt die heiligen Bücher nahezu auswendig und scheint mit ihrem Vertrieb und dem Herbeten der eingepaukten Dummheiten ganz gut über die Runden zu kommen. Selbst wenn er es könnte, hätte er gar kein Interesse daran, sie in Frage zu stellen.

Während an der Basis hin und wieder auch mal halbwegs kritische Fragen zur Hamerschen Lehre gestellt werden dürfen, ohne daß der Fragesteller dafür sofort den „Studienkreis“ verlassen muß, ist das gegenüber der Führungsriege nicht erlaubt. Zweifel an der Unfehlbarkeit des großen Meisters werden nicht geduldet und führen postwendend zur Exkommunikation des Zweiflers. Zuletzt betroffen war Dirk Vitz aus Kronach, der am Kronacher Synagogen-Skandal beteiligt war und sich anschließend öffentlich von Hamers Judenhaß distanzierte.

Hamers Reaktion war unzweideutig: „Mach in Zukunft was Du willst, aber lasse mich dabei aus dem Spiel.“ (Hamer am 14.03.2009)

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1 Response to “Eine Zeit lückenloser Erkenntnisunterdrückung”


  1. 1 Al Subman 16. Mai 2012 um 09:53

    Ist es nicht so,wer heilt hat Recht? Und ist es nicht längst an der „Oberfläche“der Bevölkerung angekommen, dass 50% der schulmedizinischen Eingriffe irrellevant sind? Und was hat Chemotherapie mit Senfgas zu tun ausser einer kleinen Veränderung in der Molekularkette?
    Für manche ist es schwer zu begreifen, dass es auch einfachere und heilendere Wege gibt als synthetisch veränderte und nicht bioverträgliche Chemie. Denn, wer hat denn hier von wem etwas je gelernt? Ist nicht die Natur (Gottes) die „Anbieterin ALLER Möglichkeiten, die uns Menschen(nicht nur einer kleinen Gruppe…) zu GUTE kommen soll?
    Ich wünsche mir für die Zukunft, dass DIE VERANTWORTLICHEN im Allgemeinen und die VERURSACHER für Leid auf unserer Erde einmal über ihren begrenzten“Horizontteller“ drüberschauen, denn da scheint es wohl in nicht absehbarerzeit einen Paradigmenwechsel zu geben.
    Ich hoffe,ich konnte etwas zu ihrem „schönen“ Beitrag beitragen.
    Auf gute Gesundheit


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