Von Bullen und Böcken

Manchmal müssen sich rechte Gesellen in Symboldeutung üben, um einer ihrer wirren Thesen eine meist nicht minder wirre Begründung zu geben. Untereinander geht ja dasausweis-sw meist noch gut, und wenn nicht, so kann man sich immer noch an den Kreuzen und Haken festhalten. Doch sobald Symbole oder Gesellen nicht ganz so zackig eckig daherkommen, gehen die Deutungsversuche schnell daneben.

Da die Generation PISA immer mehr Weltfremdlinge hervorzubringen scheint, die den gegenwärtigen deutschen Staat für inexistent, Kühe für lila oder einen Bullen für einen Bock halten, gibt es hier und jetzt ein klein wenig Nachhilfe in Verschwörungstheorie-Praxis.

Die Silhouette auf nebenstehendem Bild hat eine Form, die vertraut vorkommt: der Kopf eines gehörnten Tieres. Daß sich diese stilisierte Darstellung tatsächlich mit etwas gutem Willen in jedem deutschen Personalausweis finden läßt, ist erst einmal überraschend und macht neugierig. Für einen erfolgreichen Dummenfang kann man sich kaum bessere Voraussetzungen wünschen.

Nun muß dem Interessenten nur noch eine ausreichend plausible Erklärung für die Bedeutung dieses Ausweis-Bildes angeboten werden nebst einigen zweckdienlichen Schlußfolgerungen, und schon hat man einen potentiellen Unterstützer gewonnen.

Doch was macht die Gilde der Reichs-Ausweisforscher aus dieser wertvollen Chance? Sie verschwendet sie an eine derartig müde Baffometen-Mär, daß sogar Léo Taxil im Grab unruhig wird! Ausgerechnet eine Illustration von Eso-Urahn Levi muß dann auch noch als Vergleich herhalten, obwohl dessen verstaubter Baphomet nicht besser zur vorliegenden Silhouette paßt als z.B. der deutlich ansprechendere von Giger.

baffo-levi baffo-giger

Was soll es überhaupt für einen Nutzen haben, dem potentiellen Nachwuchskader einzureden, unsere Regierung würde „mit Billigung des Vatikans Satanszeichen“ auf unseren Ausweisen anbringen? Wer schon einmal virtuellen Kontakt mit WinSobo hatte (und in Verschwörerblogs und -foren ist das nahezu unvermeidbar), dem ringt das Schreckgespenst ‚Satanismus‘ höchstes noch ein mitleidsvolles Kopfschütteln ab. Außerdem paßt auch die Silhouette gar nicht zu einem Baphomet-Ziegenbock. Schauen wir uns mal zwei Fotos von Ziegenböcken an:

ziege1ziege2

Eine Übereinstimmung gibt es ja: Es ist immerhin ein Kopf mit zwei Hörnern drauf. Das war’s aber auch schon mit der Ähnlichkeit, denn die Form der Silhouette stimmt überhaupt nicht mit den Bildern überein.

Viel naheliegender ist es, unter den Hornträgern bei den Rindern statt bei den Ziegenartigen zu suchen. Hier zum Vergleich die Bilder von Auerochse, Bison und Gnu:auerochse

bisongnu

Das paßt doch schon viel besser, oder? Wenn es also ein Tier sein soll, was da auf dem Ausweis zu sehen ist, dann ein Bulle und kein Bock. Der Bulle ermöglicht außerdem auch eine viel plausiblere Deutungsmöglichkeit, die noch dazu topaktuell ist: Er soll durch seine unterschwellige Symbolik den wirtschaftlichen Aufschwung fördern. Schließlich steht der Bulle in Finanzkreisen für steigende Kurse; er nimmt den Markt auf die Hörner und pusht ihn nach oben, während der Bär ihn herunterdrückt. PushUp

Die Ausweis-Designer haben sich auch kaum Mühe gegeben, das zu verbergen, was ihr Bulle vorrangig pushen soll: Einmal natürlich ihre eigene Institution, also die Bundesdruckerei, und zum anderen ein Objekt, welches von erfahrenen Reichs-Deutern unschwer als Teil der Konstruktionszeichnung für einen Selbstläufer-Magnetmotor identifiziert werden kann. Das wäre dann nicht nur der lang erwartete Beweis dafür, daß die auch in Reichskreisen heftig propagierte Freie Energie insgeheim längst erfolgreich genutzt wird, sondern darüberhinaus auch ein deutlicher Hinweis auf die deutsche Herkunft des ersten funktionsfähigen perpetuum mobile.

Meine Herren Reichsgermanen, damit fängt man heutzutage Dumme! Mit dem Baffometen fängt man nur die ganz Blinden, von denen man sich als Einäugiger zwar bequem zum König ausrufen lassen kann, viel mehr aber auch nicht.

Ach ja, die profane Erklärung Ausrede der Bundesdruckerei darf man natürlich, wenn überhaupt,  nur als zusätzlichen Beleg ihrer verschwörerischen Verschlagenheit anführen:

Die Hintergrundgestaltung des Personalausweises ist aus Gründen der Fälschungssicherheit mit Farben und Formen ausgestattet, die keinerlei tiefergehende Bedeutung haben.

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54 Responses to “Von Bullen und Böcken”


  1. 1 deppenaufsicht 18. Mai 2009 um 06:50

    Ich gebe mich geschlagen. Was sich der „anthroposophische Heilpädagoge und heilpädagogische Erziehungsberater“ Rüdiger Keuler zum Thema ausgedacht hat, ist wohl nicht mehr zu toppen. Aber lesen Sie selbst (im Original ohne Hervorhebungen):

    „Von diesen Symbolen geht eine pathogene Strahlung aus, die auf jeden Menschen, der sich im Umkreis dieses Ausweises befindet, eine krankmachende Wirkung ausübt. Diese Wirkung lässt sich auch nachweisen. Solche Satanssymbole reflektieren die so genannten Kreiselwellen, die auch Gestirnstrahlen genannt werden, es handelt sich vom Anthroposophischen um kosmische, eben Gestirn-, Sternenstrahlung und verkehren sie in negative Kräfte, drehen diese um. Diese Wellen erzeugen normalerweise rechtsdrehende Schwingungen, die sich auf die Körperflüssigkeit des Menschen überträgt. Durch die Umdrehung dieser Strahlen verwandeln sie sich in solche, die die Körper- und Zellflüssigkeit in linksdrehende Schwingungen versetzt. Dieselben pathogenen Wirkungen treten zum Beispiel über Wasseradern unter der Erde auf und können zu schwerwiegenden Erkrankungen bis hin zum Tode führen. Man nennt das geopathogene Zonen. Die Wirkung dieser Symbole die auf dem Ausweis sind, lässt sich bis auf eine Entfernung von sieben Metern messen. Geistig sensible Menschen können diese Wirkungen auch durch pendeln feststellen. Es wird nun empfohlen den Ausweis in Aluminiumfolie einzuwickeln, um diese Strahlungen zu neutralisieren. Es ist aber weit besser wie sich herausgestellt hat und ebenfalls messen lässt, wenn man seinen Ausweis mit einem Kreuz versieht, von dem ebenfalls Wirkungen, aber gesundende ausgehen. Man kann dieses Kreuz oberflächlich einritzen oder mit einen wasserfesten Edding aufmalen. Dadurch verwandelt sich diese Strahlung wieder in eine rechtsdrehende Schwingung erzeugende. Diese Strahlungen wirken auch schwächend und damit schläfrig machend in einer relativ kurzen Zeit. Viele Menschen tragen ihren Ausweis am Körper oder in dessen Nähe. Viele Autounfälle, so muss man annehmen, sind dadurch schon verursacht worden.“

    Erlangte der Herr Keuler durch Beobachtungen an sich selbst zu diesen bahnbrechenden Erkenntnissen oder hat er die gesundende Wirkung von Edding-Kreuzen nur von irgendeinem billigen Rollenspiel für esoterische Schaumschläger abgeschrieben? In welche Richtung mögen sich seine Körperflüssigkeiten gedreht haben, bevor er mit dem Kreiselwellen-Voodoo für geistig sensible Menschen begann?
    Und bin nur ich entsetzt darüber, daß der Herr Keuler beruflichen Umgang mit hilfebedürftigen Kindern hat, statt sich so langsam mal selbst in die Obhut eines verständnisvollen Spezialisten zu begeben?

    Das Egoblog hat ihm den Artikel „Todeskeim Keuler“ gewidmet.

    Ein „Heilmittel gegen Volkshysterie“ wurde übrigens bereits gefunden – natürlich ebenfalls von dem auf diesem Gebiet fachlich bestens bewanderten Rüdiger Keuler!

  2. 2 Irexis 18. Mai 2009 um 11:02

    Das topt sogar Jessies Babhometen! Wie kommt man nur auf so einen Schwachsinn. Die armen Kinder die dieser „Heilpädagoge“ in seine Finger bekommt.

  3. 3 Rheinlaender 19. Mai 2009 um 02:12

    Das Problem bei solchen Leuten ist z.T. weniger was sie tun, als vielmehr was sie verhindern: Eltern die Kinder mit Problemen (auf Keulers Webseite ist ein Bild, das von einem Autisten gemalt sein soll) dorthin bringen, bringen diese Kinder nicht zu wirklichen Fachleuten.

    Gerade beim Beispiel Autismus, der nicht heilbar ist, kann eine sehr fruehzeitige Behandlung u. U. dem Kind ein halbwegs normales Leben ermoeglichen, desto spaeter diese erfolgt, desto schwieriger wird es. D. h. es werden wertvolle Jahre vertan.

    Bezeichnet ist auch, dass auf der Webseite sich _nichts_ ueber irgenteine Qualifikation findet.

    • 4 Irexis 19. Mai 2009 um 12:15

      Ja,leider. Die Kinder werden dann als Indigo oder Kristallkinder bezeichnet und anstatt die Kinder zu fördern werden den Eltern krude Ideen in den Kopf gepflanzt. Ich hoffe immer inständig, das Eltern betroffener Kinder sich ausführlich über solche „Heilpädagogen“ informieren, bevor sie ihre Kinder in deren Hände geben. Ein klick bei Google reicht ja meistens.

  4. 5 Momo 13. Oktober 2009 um 23:18

    Ihr seid ja alle sehr aufgeklärt und der Vernunft verpflichtet, wie es aussieht. Das finde ich erstmal sehr gut so! Man muss die Dinge wirklich hinterfragen! Das Problem in diesem Fall ist nur, dass man am liebsten die Sachen hinterfragt, die nicht ins eigene Weltbild passen, um es sich zu erhalten. Aber die selbstverständlichen bzw. alltäglichen Dinge verdienen es durchaus auch, dass man sich mal seine Gedanken darüber macht. Wenn die Bundesdruckerei sagt, dass hätte alles nichts zu bedeuten, ist das schon mal Quatsch. In dieser Welt ist nichts ohne Bedeutung.
    Wenn man also die Bedeutung und vor allem unterbewusste Wirkung von Symbolen verstehen will, so muss man sich auch damit auseinandersetzen. Mit Symbolen werden Verhaltensmuster gesteuert, deswegen werden Menschen, die diese komplexen Dinge entwickeln auch so hoch bezahlt! Zum anderen sollte man das Wort „Subliminaltechnik“ mal googeln.
    Um es also für unsere Humanisten kurz zu sagen: Es ist Wurscht, ob es ein Bulle oder ein Bock ist, bzw. Baphomet darstellen soll. Es ist ein nach unten deutendes Symbol, das keine intellektuelle Erklärung finden wird, sondern eine Reaktion im Unterbewusstsein katalysiert und zwar ähnlich, wie es das Pentagramm mit Spitze nach unten oder auch der „olle alte Baphomet“ tun. Deshalb sind diese Formen NEGATIV belegt.
    Regieren hat etwas damit zu tun, die Massenpsyche so zu kontrollieren, um Zustimmung unter den sog. „freien Wählern“ herzustellen. Die Wissenschaft der Massenkontrolle ist jahrtausende alt und wirkte schon immer mit Symbolismen auf seine Untertanen ein. Dieses Wissen musste nicht in jeder Generation neu erfunden werden, sondern wird seitdem in bestimmten Kreisen tradiert. Wers nicht glaubt, der schaue sich ägyptische Tempel an, von denen jeder Pharao ein paar gebaut hat…alle Symbole, die die moderne Welt benutzt, sind dort als Archetypen bereits vorhanden. Alles Zufall? Na klar…
    Ich finde Skepsis gut – aber auch sie kann, wie im natürlich auch blinder Glauben, zu Einfältigkeit werden!

    • 6 echt? 14. Oktober 2009 um 18:20

      Hallo,

      ich habe ein entspannteres Verhältnis zu irgendwelchen Symbolen. Ich gehe jeden Tag zu einer stressigen Arbeit nach und mir ist völlig Wurscht welche Symbole man in reale Darstellungen rein denken kann.

      Welchen Nutzen sollte denn jemand davon haben, dass irgendwelche Menschen mit zu viel Zeit nach langem Nachdenken einen Teufelsschwanz, eine Freimaurergeste o.ä. sehen? Das sind doch eh schon erschütterte Zeitgenossen, die Wasserwirbler und Cloudbuster kaufen und für die Realität ausfallen.

      Grüße von echt?

  5. 7 Momo 16. Oktober 2009 um 11:35

    Formen oder Symbole konstituieren einen großen Teil der menschlichen Psyche. Stell Dir das ursprüngliche Leben des Menschen vor, zur Zeit der Waldbewohner als Jäger und Sammler. Das Erkennen bzw. Wiedererkennen einer Frucht, Pflanze, Tieres waren unerlässlich. Desweiteren war ein topographisches Gedächtnis nötig, das sich wiederum an Formen orientierte.
    Viele dieser Gedächtnisvorgänge mussten z.B. mit Fluchtreflexen verknüpft werden, die das Überleben sicherten, wenn man eine große schwarze Katze mit gelben Schlitzaugen auf sich zurennen sah… D.h. eine nicht wirklich bewusste und durchdachte Reaktion, sondern eher ein Impuls aus dem Unterbewusstsein – weils schneller ist. Umkehrschluss: Symbole können bewusst wahrgenommen werden, mit der Logik eines Analytikers betrachtet werden u.s.w., müssen es aber nicht, da sie in jedem Fall einen direkten Zugang ins Unterbewusstein finden, wo sie ihre wirkliche Funktion entfalten: in unserem Fall die Steuerung der Massenpsyche. Hier macht sich also die moderne Welt ein evolutives Erbe zunutze, um uns mit Symbolen zu konditionieren.
    Gleiches gilt selbstverständlich auch für die auditive bzw. akkustische Welt. Das wirft z.B. auch ganz neue Fragen auf, was die Musik betrifft. Spannendes Thema!

    • 8 Rheinlaender 16. Oktober 2009 um 14:23

      Du machst es Dir etwas zu einfach: Symbole und deren Bedeutung ist kulturell determiniert und aendern sich mit von Kultur zu Kultur und mit der Entwicklung von Kulturen:

      So galt in Rom der Imperiale Purpur (ein dunkeles, stark blaustichiges Rot) als Zeichen der hoechsten Gewalt im Staat, in China wiederum war dies ein „Kaiserliches Gelb“. Von Symbolen abgesehen, die wirklich direkte Gefahr bedeuten (z.B. eben ein Tiger), arbeiteten diese ueber kultrelle Konvention und sind leicht zu erkennen.

      Damit ein Symbol im Unterbewustsein arbeiten kann, muss es kultrell vermittelt werden (den Budenzauber , den Staaten mit Flagge, Hymne etc. treiben ist gutes Beispiel, aber auch Religionen benutzen dies). Wenn ein Symbol so nicht vermittelt wird, reagiert das Hirn auch nicht darauf. Du brauchst nur jemand in einen MRI-Scanner zu legen, ihm die Rueckseite eines Persos zu zeigen und wirst sehen, das da keine Reaktion ist (im Gegensatz z.B. zu einem Raubtier oder gar sexuell besetzten Bildern).

  6. 9 Momo 17. Oktober 2009 um 13:50

    Hallo Rheinlaender,

    danke für Deine Einwände.

    Du gehst davon aus, dass das Symbol als Kommunikationsform erst einmal kulturell mit einer Bedeutung belegt werden muss, bevor es als Kommunikationsinstrument im eigentlichen Sinne benutzt werden kann. Du glaubst, das Zeichen muss erst von Wachbewusstsein „verdaut“ werden, um dann evtl. im Unterbewusstsein zu „landen“. Du räumst aber gleichzeitig ein, dass es gewisse Symbole gibt, die auch interkulturell funktionieren (Raubtier, Pornobilder).
    Ich behaupte aber, und da bin ich mit Freud im Einklang, dass man diese Unterscheidung nicht machen kann. Es handelt sich lediglich um verschiedene Wirkungsgrade und Wirkungsweisen.

    Guck mal: Unsere Gesellschaft findet es natürlich beruhigender, wenn man sich im Glauben befindet, dass man die Möglichkeit hat, durch seinen Intellekt vorzufiltern, um etwaigen Schaden etwas tiefer zu vermeiden. Wir fühlen uns wohler, wenn wir in der Illusion der Selbstbestimmung bzw. der Individualität leben. Aber es ist ja praktisch gar nicht möglich, große Gesellschaften am Laufen zu halten, wenn sich jeder individuell verhielte. Aber natürlich wird ein jeder in dem Glauben erzogen, dass es so wäre und darin belassen. Die Erweiterung dieses „Spiels“ sind z.B. politische Führer oder demokratische Wahlen, bei denen immer mit der Hoffnung der Menschen gespielt wird, sie könnten dadurch etwas verändern.
    Ich habe die Hoffnung auf den Intellekt aufgegeben, weil auch der konditioniert wird. Einfaches Beispiel ist die Schulmedizin. Würde man sich vernünftig ernähren, oder vielleicht sogar Rohkost in Betracht ziehen, gäbe es viele Probleme nicht. Ein Arzt sollte doch nach seinem 10jährigen Studium wissen, dass der Mensch das einzige Tier ist, das angefangen hat, zu kochen. Wenn ich meine Nahrung erhitze, verändere ich ihre molekulare Struktur und schaffe tausende neue chemikalische Verbindungen, die in der Bratpfanne bei 300°, nicht aber in der Natur entstehen können. Diese veräderten Stoffe kennt der Körper im Prinzip nicht, weil die Evolution so schnell noch nicht mit Anpassung reagieren konnte. Punkt. Ich behaupte mal kühn, dass mind. 80-90% aller chronischen Krankheiten durch Ernährung bedingt sind. Was wäre also die logische und intellektuelle Konsequenz, die die Schulmedizin und die Prof.Dr.med.’s ziehen müssten? Auf jeden Fall nicht, noch mehr Pharmazeutika als Gegengifte zu verschreiben, oder sollte ich sagen „pushen“? Aber auch diese Herrschaften sind komplett konditioniert auf ihr Weltbild aus der Uni und außerdem müsste man ja Grundlegendes verändern und dies wiederum will ja keiner.
    Um es etwas gehässig zu sagen: Verblödung auf höchstem Niveau.
    (Ich habe nichts gegen Mediziner und bewundere die Fortschritte in der Chirurgie und Notfallmedizin. Nichts für ungut!)

    Kurzum: Wir leben in der Illusion des Individualismus und erschaffen ironischerweise eine relativ uniforme Gesellschaft, die sich wiederum aus Sachzwängen ergibt. Zusammenhalt und Triebkraft dieser Gesellschaft ist das Geld. Geld ist ein Symbol, kein Wert. Und Geld ist auch kein Symbol für einen Wert, weil es keine staatlichen Sicherheiten mehr dafür gibt. Nur den gleichzeitigen Glauben der Menschen an Symbole auf einem wertlosen Papierfetzen, von dem Du irgendwie den Eindruck vermittelt bekommen hast, es sei etwas wert. Du siehst, das Dein Geist sich gewissen Dingen nicht verweigern kann.

    Gruss,
    Momo

    P.S.: Das mit dem Scanner und dem Perso würde ich gerne mal experimentiert wissen, wie auch viele andere alltägliche Logos!
    Hast Du denn da Informationen?

    • 10 Rheinlaender 18. Oktober 2009 um 15:39

      Ich sollte Dich zuerstmal von „Kopf auf die Fuesse“ stellen:

      Die Stabilitaet und relative Konformitaet unser westlichen Gesellschaften liegt nicht an irgentwelchen „Symbolen“, die im Hintergrund unterbewusst arbeiten, sondern der schlichten Tatsache, dass die ganz grosse Mehrheit der Bevoelkerung in diesen Gesellschaften ganz konkrete Vorteile fuer jedes einzelne Mitglied bietet. Wie gross diese Vorteile sind zeigt sich alleine schon am Immigrationdruck auf diese Gesellschaften.

      Herrschaft wird in letzter Instanz nicht durch Symbole und anderen Budenzauber stabilisiert, sondern durch eine nuechterne Kosten-Nutzen-Abwaegung fuer jeden Einzeln. Das wussten die Roemer, die Tudor, die Medici und andere. Solange ein System fuer die grosse Mehrheit Vorteile bringt, und das tut das westliche System offensichtlich, ist es stabil.

      Symbole muessen erstmal gelernt werden. Fuer jemand der z. B. von klein an nationalistisch gepraegt wurde, ist z. B. die Fahne emotional besetzt, fuer jeden anderen ist diese nur ein bunter Lappen. Das geselschaftlich kondinierte Lernprozesse, aber auch diese koennen am Ende die Vorteil-Nachabwaegung nicht aufheben. anders waeren Revolutionen nicht zu erklaeren.

      Die derzeitige Gesellschaft ermoeglich jedem eine Freiheit so zu leben wie er will, wie noch keine in der Geschichte. Vielleicht mit der Ausnahme des imperialen Roms, leben wir im Westen in Geselschaften, in denen der Staat sich weitgehend nicht darum kuemmert, wie Du Sex hast, wie Du dich kleidest, welche und ob metaphysische Ideen anhaengst (vulgo Religion), wie du lebst, welchen Umgang Du hast. Du wirst schwerlich eine Gesellschaft finden, historisch oder modern, die jedem diese Freiheit in diesem Masse gibt.

      Wenn Leute dies, wegen eines gewissen menschlichen Beduerfnisses nach Konformitaet, nicht ausnutzen, dann liegt dies nicht der Struktur unser Gesellschaften, sondern an der menschlichen Natur.

      OFF TOPIC:

      Wenn Du meinst, dass chronische Krankheiten durch gekochte Nahrung zustande kommen hast Du sofern recht, dass wir ohne den zivilisatorischen Fortschritt, der eben durch die leichtere Verdaulichkeit von gekochter Nahrung und Moeglichkeit erst durch Kochen bestimmte Nahrungsreserven zu erschliessen (Getreide, Kartoffeln, bestimmte Gemuesesorten) wohl in der ganz grossen Mehrheit mit 25 tod waeren und wir keine chronischen Krankheiten bekaemen. Die Lebenserwartung der sog. Naturvoelker liegt in dieser Groessenordnung. Die Zunahme der chronischen Erkrankungen ist eben darin begruendet, dass heute eine Lungenentzuendung i.d.R. nicht mehr lebensbedrohend ist – vor 60 Jahren noch sah dies ganz anders aus.

      Further off-topic:
      Das Genom einer Population kann sich sehr schnell aendern, binnen weniger Generationen oder gar Jahren: Z. B. die CCR5-Delte-32 Mutation bei Nordeuropaern, die tragischerweise im suedlichen Afrika nun haeufiger wird, oder die Lactoseunempfinglichkeit bei Europaern und bestimmten afrikanischen Staemmen. Die mathematischen Modelle bezueglich evolutionaerer Prozesse zeigen ganz klar, dass der Auslesedruck die Geschwindigkeit der evolutionaeren Prozesse bestimmt. Das ist seit Jashrzehnten bekannt und in der Natur regelmaessig zu beobachten.

    • 11 Momo 13. November 2009 um 12:10

      Wer da glaubt, Politik hätte so gar nichts Okkultes, der sollte sich mal folgenden Artikel durchlesen:

      http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-54230940.html

      …und das ist nur die Spitze des Eisbergs!

      • 12 Rheinlaender 14. November 2009 um 08:19

        Nun, ich sehe das eher als ein Beispiel, warum es gut war, die „von Gottes Gnaden“ entweder abzuschaffen oder zur blossen Decoration des Staats zu degradieren.

  7. 13 Momo 19. Oktober 2009 um 03:29

    ….na dann lass mir noch noch einen Versuch, Dich aus der Matrix zu befreien!
    Leider kann man hier keine Bilder integrieren, was die Sache etwas verkompliziert, weils sonst noch einleuchtender wäre.

    Ich gebe Dir bezüglich Deiner Differenzierung der Wirkungsweisen von Symbolen recht und unterscheide deswegen zwischen zwei Arten mit ihren möglichen Wirkungen:

    Archaische Symbole

    Beispiel: Eine in sich geschlossene Form, idealerweise eine pyramidiale Dreiecksform, die mit ihrer spitzen (leichten) Seite nach unten zeigt und ihren Schwerpunkt im oberen Bereich (Kopfbereich) hat, wirkt alarmierend im Sinne von „Mächtigeres als ich selbst in Sicht“. Diese Reaktion ist NICHT von kultureller Prägung abhängig. Es handelt sich um unterbewusst-intuitive Impulse. Dieser Fakt ist unstrittig und wird bei z.B. Warnzeichen verwendet, die internationale Gültigkeit haben, da sie offensichtlich kulturübergreifend funktionieren. Anwendungsformen:

    -Warnlogo für Radioaktivität
    -Verkehrsschild „Vorfahrt beachten“
    – evtl. Wasserzeichen auf der Rückseite des Deutschen Personalausweises
    -Pentagramm mit Spitze nach unten (ob man dran glauben will oder nicht!)

    Konditionierte Symbole

    Beispiel: Symbole, die sich auf Konditionierungsmuster beziehen, bzw. diese aufrufen können, ohne dass sich der Betrachter darüber bewusst sein muss. Ich entscheide mich für das Kreuz, dass mit oder ohne Kreis auftreten kann und in christlich geprägten Gesellschaften Einheit, Harmonie und Göttlichkeit symbolisiert und somit Quelitäten suggerieren, die, auch bei Atheisten, im Regelfall, Vertrauen erwecken.
    Ich will jetzt nichts zur Kirche sagen, deswegen beschränke ich mich auf gleichschenklige Kreuze. Mal überlegen, warum sich folgende Gruppen mit dieser „Hostie“ unter den Symbolismen belegen:

    -Bayer Pharmaceuticals („Medizin deines Lebens“!!!)
    -Der Kaiser, die Nazis und die Bundeswehr. (Eigentlich alle okzidentalen Herrschergruppen der letzten 1 1/2 Millennia)
    -BMW

    Ich könnte jetzt noch was zum 5-zackigen Stern sagen und warum dieser auf Firmenlogos, der Fahne der USA und im Übrigen auch China und vieler anderer Staaten genau gleich ist, obwohl doch die Systeme so unterschiedlich sein sollen. Aber ich glaube, der Ansatz ist klar geworden.

    Natürlich wird die Welt nicht ausschließlich damit regiert. Genausowenig wie ein Auto fährt, weil man aufs Gaspedal tritt. Aber das Pedal löst eine Kette von steuerbaren Vorgängen im Wagen aus, die ihn letztendlich zum Fahren bringen. Trotzdem ist das Gaspedal wichtig, wenn man das Auto fahren bringen will, oder?

    Ich möchte noch ein paar Anmerkungen zu Deinen anderen Aussagen machen:

    „Die Stabilitaet und relative Konformitaet unser westlichen Gesellschaften liegt nicht an irgentwelchen „Symbolen“,(…) sondern der schlichten Tatsache, dass die ganz grosse Mehrheit der Bevoelkerung in diesen Gesellschaften ganz konkrete Vorteile fuer jedes einzelne Mitglied bietet. Wie gross diese Vorteile sind zeigt sich alleine schon am Immigrationdruck auf diese Gesellschaften.“

    -Ich weiß nicht, ob man Wirtschaftsflüchtlinge als Beleg für Stabilität und Vorteilhaftigkeit gelten lassen darf. Und selbst wenn Länder wie Deutschland oder die USA u.s.w. Menschen aus primär finanziellen Interessen anziehen, die sich von einem Leben dort mehr versprechen, heisst das doch nur, dass sie eine bessere Alternative zu noch Schlechterem darstellen. Was für ein Maßstab soll das sein?

    „Herrschaft wird in letzter Instanz nicht durch Symbole und anderen Budenzauber stabilisiert, sondern durch eine nuechterne Kosten-Nutzen-Abwaegung fuer jeden Einzeln.“

    -Mit dem Wort „Budenzauber“ zeigst Du, dass Du die Bedeutung des psychologischen Wissens über die Erhaltung von Herrschaft und Kontrolle über den menschlichen Geist noch nicht verstanden hast. Es geht hier nicht um magische Zauberformeln, sondern um Gesellschaftsmanagement der letzten 6000 Jahre, in dem Symbole eine wichtige Rolle gespielt haben.

    „Das wussten die Roemer, die Tudor, die Medici und andere. Solange ein System fuer die grosse Mehrheit Vorteile bringt, und das tut das westliche System offensichtlich, ist es stabil.“

    -Nö, das wussten die nicht! Nach der Pestwelle von 1350 gab es einfach total viel wirtschaftliches Entwicklungspotenzial. Die „alten Säcke“ waren am Kompostieren und eine relativ junge Generation konnte in die Renaissance durchstarten. Diese „Juppies“ hatten allesamt gute gesellschaftliche Startpositionen und haben es, wie noch nie zuvor in der Geschichte Europas, verstanden, wie man die Politik durch Wirtschaft kontrolliert. Weil das so spektakulär neu war, hat auch Machiavelli gleich mal ein paar Bände dazu verfasst, in denen das alles genau nachzulesen ist! Im übrigen sind deren Villen und Häuser in Italien VOLL von heidnisch-mystischer und freimaurerischer Symbolsprache, oder „Budenzauber“, wie Du sagen würdest.
    Bei den Römern hatte die Stabilität auch nichts mit Vorteilen für den Einzelnen zu tun, sondern eher mit militärischer Macht.

    „Die derzeitige Gesellschaft ermoeglich jedem eine Freiheit so zu leben wie er will, wie noch keine in der Geschichte.“

    -…in der Dir bekanntgemachten Geschichte. Wusstest Du beispielsweise, dass der Spitzensteuersatz in der Antike bis ins Mittelalter bei 10% lag? Das erstaunt immer wieder viele moderne Steuerzahler. Freilich, dafür haben sie die Nachbarländer geplündert – aber mein Gott: das machen wir doch heute auch noch!

    Nennst Du es Freiheit, wenn der Großteil der Bevölkerung 5 von 7 Tagen in der Woche arbeiten muss, um seine Grundbedürfnisse decken zu können? Du kannst es als normal oder üblich bezeichnen, aber wohl kaum als Freiheit.

    „Wenn Leute dies, wegen eines gewissen menschlichen Beduerfnisses nach Konformitaet, nicht ausnutzen, dann liegt dies nicht der Struktur unser Gesellschaften, sondern an der menschlichen Natur.“

    -Wenn ich mir eine Autobahn im Pendlerverkehr anschaue, dann glaube ich, das Uniformität sehr wohl etwas mit der Stuktur unserer Gesellschaft zu tun hat. Nächste Ausfahrt: Job. Schon wieder ein Symbol!

    „dass wir ohne den zivilisatorischen Fortschritt, der eben durch die leichtere Verdaulichkeit von gekochter Nahrung und Moeglichkeit erst durch Kochen bestimmte Nahrungsreserven zu erschliessen (Getreide, Kartoffeln, bestimmte Gemuesesorten) wohl in der ganz grossen Mehrheit mit 25 tod waeren und wir keine chronischen Krankheiten bekaemen.“

    -Ach so? Und in den Millionen Jahren, die diesem „zivilisatorischen Fortschritt“ vorausgingen, mussten alle mit durchschnittlich 25 Jahren an Unterversorgung sterben? Come on! Die haben eben keine Kartoffeln oder Brot gegessen, weil das sowieso Zivilisationsjunk ist, der nur das Sättigungsgefühl reduziert. Auch das Vitamin A der Mohrrüben gibt es in den Ursprungsregionen des Menschen in vielen verschiedenen Früchten, und zwar als leicht spaltbares Derivat.

    „Die mathematischen Modelle bezueglich evolutionaerer Prozesse zeigen ganz klar, dass der Auslesedruck die Geschwindigkeit der evolutionaeren Prozesse bestimmt. Das ist seit Jashrzehnten bekannt und in der Natur regelmaessig zu beobachten.“

    -Da stimme ich voll und ganz zu. Der evolutive Druck heißt: Fehlernährung großer Bevölkerungsteile. Der evolutionäre Prozess ist also schon voll im Gange: Diabetis, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in steigender Zahl. Mal gucken, wann wir uns daran angepasst haben! An dieser Stelle kann ich mir ein Gleichnis nicht verkneifen:
    Jemand hat ein Auto, tankt wissentlich den falschen Treibstoff und wundert sich dann noch, dass ihm die Kolben um die Ohren fliegen. Statt nach der Reparatur daraus zu lernen, geht er zielstrebig wieder an die falsche Zapfsäule. Ist das wirklich intelligent und logisch?

    Gruß,
    Momo

    • 14 Rheinlaender 26. Oktober 2009 um 17:14

      Zu „Arachaischen Symbolen“. Du schreibst der „Fact sei unstreitig“ – nun mir ist keine Studie bekannt, die diesen „Fact“ kulturuebergreifend bestaetigt. Diese Symbole koenne deshalb international verwendet werden weil eben eben eine weltweite kulturelle Uebreinstimmung gestroffen wurde.

      Kleine Randbemerkung zu Kreuz: Fuer ist das Kreuz das Symbol einer besonders brutalen Hinrichtungsmethode: Es erweckt in mir etwa das gleiche Vertrauen wie ein Galgen, nur noch um einiges viehischer in Anwendung.

      Gesellschaften werden in letzter Instanz durch ihre materiellen Umstaende, ihre Technologie, ihre Produktionsweise gepraegt und nicht durch Symbole. Die Symbole des engl., spaeter britischen, Staates, haben sich im wesentlichen seit dem Mittelalter nicht geaendert, die Struktur dieses Staates und die zugrundeliegende Gesellschaft tiefgreifend. Die jetzige Form des Bundesadlers geht auf hochmittelalterliche Formen zurueck – die Unterschieden in Gesellschaft und Staat sind mehr als offensichtlich.

      Verwechsele nicht das Tapetenmusster mit der Bausubstanz.

      Du schreibst: „Und selbst wenn Länder wie Deutschland oder die USA u.s.w. Menschen aus primär finanziellen Interessen anziehen, die sich von einem Leben dort mehr versprechen, heisst das doch nur, dass sie eine bessere Alternative zu noch Schlechterem darstellen. Was für ein Maßstab soll das sein?“

      Nun, ist der einzige Massstab den wir sinnvollerweise anwenden koennen. Wir koennen Gesellschaft nicht an irgentwelchen idealen Wolkenkucksheimvorstellungen messen, sondern nur an dem was vorhanden ist. Menschen ziehen immer in die Gesellschaften, die ihnen die groessten Vorteile ermoeglichen. Diese „Abstimmung mit den Fuessen“ geht ganz eindeutig zugunsten unserer westlichen Gesellschaften.

      Zu den Tudor: Gerade die Tudor, die nach 1478 auf den Thron kamen mit so gut wie keiner dynastischen Legitimation, habe gezeigt, dass Herrschaft, im Gegesatz zu den fadt 60 Jahren Dauerbuergerkrieg zuvor, dadurch zu legitimeren, dass stabile Verhaeltnisse etabliert werden.

      Die Tudor-Revolution (ein in der britischen Geschichtsschreibung feststehender Begriff) war eine buergerliche Revolution: Es waren nicht die „Juppies“ die Revolution trugen, sondern die Kaufleute. Auch hier passte sich die Politik den wirtschaftlichen Verhaeltnissen an. Geldwirtschaft, Banken, der Beginn von Boersen, Fernhandel etc. bnoetigte neue politische Strukturen, die sich dann ihren „Budenzauber“ suchen.

      Eine kl. Bemerkung zum Roemsichen Reich: Die roemische Armee hatte nie mehr als etwa 120’000 Leginaere. In weiten Teilen Reiches waren nur sehr wenig Soldaten stationiert. Rom hatte sein Reich zwar militaerisch erorbeert, hielt es aber durch die Zustimmung der Beherrschten (von Ausnahmen abgesehen – z. B. Judaea). Rom garantierte Frieden, sichere Handelswege, ein brauchbares Rechtssystem, einheitliche Waehrung, Freihandel: Das waren Vorteile ggegenueber dem kostspieligen Dauerkrieg in dem sich der Mittelmeerraum in vorroemischer zeit befand.

      Du schreibst: „Nennst Du es Freiheit, wenn der Großteil der Bevölkerung 5 von 7 Tagen in der Woche arbeiten muss, um seine Grundbedürfnisse decken zu können?“

      Nun: Ich weiss nicht, wie Du Grundbeduerfnisse definierst. Ich kann Dir aber versichern dass jeder Sozialhilfeempfaeger einen besseren Lebenstandard hat als ein Kaiser oder Koenig frueher Jahrhunderte. Fuer was Leute fuenf Tage arbeiten ist weit jenseits eines „Grundbeduerfnisses“. Der Besitz eines Auto gehoert ganz bestimmt nicht zu den Grundbeduerfnissen, noch z. B. der fuer fruehre Jahrhunderte unerhoerte Luxus Kaffee oder Zucker zu konsumieren oder taeglich Fleisch zu essen.

      10% Steuern im Mittelalter: Steuern wurden fuer die meisten Menschen im Mittelalter nicht in der Form von Geld erhoben, sondern in der Form von Sachleistungen und Arbeit (Frohndienste). Diese waren fuer die meisten Bauern erheblich hoeher als 10%. Hinzukamen die direkten und indirekten Kosten des defacto Dauerkrieges in dem sich mittelalterliche Gesellschaften befanden: Sowohl auf grosser Ebenene, wie in staendigen Kleinkriegen: Die Fehde wurde im Reichsrecht des Heiligen Roemischen Reiches erst 1495 verboten, in England wurde die Macht der Barone durch Henry VII und seinen Sohn Henry VIII endgueltig gebrochen.

      Ferner: Die Mehrheit der Bevoelkerung war jeweils froh wenn sie den Winter ueberlebte. Schon eine geringere Steuerlast haette sie in ihren realen Lebensumstaenden sehr staerker belastest als es ein moderner westlicher Staat sich trauen wuerde.

      Lebnserwartung in sog. „Urgesellschaften“: Die Lebenerwartung lag bei 25 Jahren, wie heute noch in solchen Gesellschaft zu beobachten. Die Leute starben an Infectionskrankheiten, Verletzungen, verhungerten oder wurden tod geschlagen. Die Mordquote in primitiven Gesellschaften liegt bei ueber 25% (d.h. 1/4 der Bevoelkerung stirbt eine unnatuerlichen Todes). Die Errichtung von argaischen Gesellschaften, und spaeter die Errichtung von staatlichen Strukturen fuehrt zu ein Trend zu immer friedlicheren Gesellschaften.

      Lies Dir hierzu mal die Arbeiten von Steven Pinker durch.

      Um bei Deiner Auto-Metaphaer zu bleiben: Wir benutzen heute ein Auto 70 Jahre und laenger, dass fuer eine Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren ausgelebt ist.

    • 15 Rheinlaender 27. Oktober 2009 um 00:02

      Noch etwas zum „Zivilisationjunk“: Diese Nahrungsmittel ermoeglichten das Entstehen von groessen Siedlungen und Staedten, waren ursaechlich daran beteiligt das ueberhaupt der Prozess der zivilisatorischen Entwicklung in Gang kommen konnte.

      Dieser Prozess, der zunaechst sehr langsam verlief fuehrte mit der Anwendung der wissenschaftlichen Mehtode, der empirischen Erkenntnisgewinnung in den letzten rund 350 Jahren zu einer zuvor unvorstellbaren Explosion der menschlichen Erkenntnis und des Lebensstandards.

      Das Du ueber haupt vor einer Machnie wie dem Computer sitzen kannst ist das Ergebnis dieses zivilisatorischen Prozesses.

  8. 16 Gast 20. Oktober 2009 um 09:55

    Wundervoll!!! Bitte mehr davon!!!

    Ich bin absolut entzückt von dieser Debatte und würde mich freuen, wenn Sie weitergeht!

    Grüße
    Gast

    P.S.: Ich würde die rote Pille nehmen…

  9. 17 Momo 27. Oktober 2009 um 13:28

    Zuerst mal eine Frage: Wie schaffst Du es, Deine Beiträge VOR die Beiträge anderer Leute zu setzen? Sollten Antworten nicht immer chronologisch nacheinander erscheinen?

    Zweitens bist Du ein begabter Faktenverdreher, der ständig auf Nebenschauplätze ausweicht. Nun gut, welche Motivation auch immer Dich treibt, die offensichtliche Wahrheit zu negieren, hier meine Gedanken zu Deinen Aussagen:

    1. Das Kreuz bzw. das Kreuz im Kreis ist ursprünglich ein atronomisches Symbol für die Jahreszeiten und den Tierkreis, welches von der Kirche übernommen und mit der christlichen Botschaft belegt wurde. Es symbolsiert daher den harmonischen Durchlauf des Jahres, sowohl am Himmel als auch auf der Erde.
    Du aber behauptest:

    „Fuer (mich) ist das Kreuz das Symbol einer besonders brutalen Hinrichtungsmethode: Es erweckt in mir etwa das gleiche Vertrauen wie ein Galgen, nur noch um einiges viehischer in Anwendung.“

    Dann scheinst Du wirklich eine Ausnahme zu sein. Wie sonst ist zu erklären, dass sich Staten wie England und der Commonwealth, Schweden, Dänemark und zig andere Länder gerade dieses Symbol auf die Fahnen schreiben? Weil sie für eine „besonders brutale Hinrichtungsmethode“ stehen möchten?

    Weiterhin schreibst Du:

    „Die Symbole des engl., spaeter britischen, Staates, haben sich im wesentlichen seit dem Mittelalter nicht geaendert, die Struktur dieses Staates und die zugrundeliegende Gesellschaft tiefgreifend.“

    Verstehe ich nicht! Die haben doch immer noch ne Königin, leisten immer noch Frohndienste, heute Arbeit genannt, und kontrollieren immer noch die Welt. Vielleicht nicht mehr territorial, aber sicherlich finanziell durch Ihre enge Bruderschaft mit den USA.
    Äußerlich mag das alles neu aufpoliert sein, aber inhaltlich kann ich keine tiefgreifende Strukturveränderung feststellen, die dem Individuum mehr Freiheit einräumen würde, um sich verbessernd in den gesellschaftlichen Prozess einbringen zu können.

    „Verwechsele nicht das Tapetenmusster mit der Bausubstanz.“

    Mache ich nicht. Ich sage nur, dass es auch Fälle gibt, in denen die Bausubstanz so marode ist, dass man aus Verzweiflung viele Schichten Mustertapete darüber klebt, um die Wahrheit zu kaschieren und den Schein zu wahren.

    „Wir koennen Gesellschaft nicht an irgentwelchen idealen Wolkenkucksheimvorstellungen messen, sondern nur an dem was vorhanden ist.“

    Nein. Wir sollten Kultur und Zivilisation an dem messen, was theoretisch möglich wäre. Das entspricht im übrigen auch der Denkweise, die zu dem technischen Fortschritt geführt hat, auf den Du so stehst: Es war bei allen technologischen Durchbrüchen nie die Frage, was bereits existiert, sondern immer nur, was mit den vorhandenen Ressourcen theoretisch möglich wäre.

    Zum Thema der Beeinflussung von Politik durch Wirtschaft schreibst Du:

    „Auch hier passte sich die Politik den wirtschaftlichen Verhaeltnissen an.“

    Bravo! Du hast wirklich komödiantisches Talent! So kann man es natürlich auch ausdrücken.
    Demnach ist ein Lügner und Verräter für Dich auch nur eine „Person mit gesteigerter moralischer Flexibilität“?
    Ist alles das gleiche, klingt nur anders! Das nennt man Dialektik, oder etwas konketer auch: Demagogie. Ich gebe Dir noch ein Beispiel:

    „Rom hatte sein Reich zwar militaerisch erorbeert, hielt es aber durch die Zustimmung der Beherrschten “

    Richtig. Es brauchte nicht die Bauern direkt zu erpressen, sondern ließ dies durch Beherrscher ausführen. Diesen „Vasallen“ war klar, das sie gewaltig auf den Deckel bekommen, wenn sie nicht im Sinne Roms handelten. Zwar waren nicht viele Soldaten stationiert, aber die Geschwindigkeit der Truppenverschiebungen zur Niederschlagung von Abtrünnigen war legendär.
    Römische Kohorten konnten in wenigen Tagen von Italien auf die iberische Halbinsel verlegt werden und zwar zu Land und zu Wasser.
    Du zeichnest hier das Bild eines diplomatischen Großreiches, das seine Untergebenen durch Vorteile auf seiner Seite halten konnte, ähnlich wie es auch immer wieder für den „Pax Mongolica“ postuliert wird: Eine riesige Freihandelszone, in der die Menschen freiwillig das System unterstützen, weil es ihnen Vorteile bietet. Aber das ist nur ein winziger Aspekt, der überdies nur für die Fürsten und andere Magnaten galt, nicht für das Volk. Weiterhin war diese „gemeinsame Währung“ oktruiert worden (vgl. Euro-Einführung), und war nicht im Einvernehmen entstanden. Da Rom das Geldmonopol inne hatte, gab es im weiteren Verlauf auch gar keine Chance mehr, aus dem Geldsystem auszusteigen, wenn man sich nicht wirtschaftlich isolieren wollte. Dann hätte nämlich das Volk der Beherrschten rebelliert.
    Ja, die Römer waren da sehr geschickt – das ist wahr. Aber sie hatten auch gute Lehrmeister: Griechenland und Ägypten. Letztgenanntes war das Land, in dem die Wissenschaft vom Regieren perfektioniert wurde. Nicht die Pharaonen waren an der Macht, sondern die Priester des Amun, die den kompletten Verwaltungsapparat des Landes kontrollierten und somit über dem Pharao standen, ja sogar zu den Machern ganzer Dynastien wurden, welche sie nach belieben einsetzen und wieder stürzen konnten (vgl. 18.Dyn. Amenhotep IV./Echnaton)

    Kurz zusammengefasst: Wirtschaft und Politik existieren nicht gleichberechtigt nebeneinander. Die Wirtschaft ist aus logischen Gründen IMMER stärker.

    Nächster Punkt: Grundbedürfnisse.

    Die Definition von Grundbedürfnissen hat sich stark geändert, weil sich unser Leben stark geändert hat. Ein Auto erscheint zwar wie Luxus, ist es aber nicht mehr. Es gehört heutzutage schon zu den Grundbedürfnissen, weil es einem Großteil der Bevölkerung sonst nicht möglich wäre, seine Arbeitsstelle zu erreichen.

    Du schreibst:
    „Ich kann Dir aber versichern dass jeder Sozialhilfeempfaeger einen besseren Lebenstandard hat als ein Kaiser oder Koenig frueher Jahrhunderte.“
    Da irrst Du Dich gewaltig. Ich weiß, dass Du jetzt die Geschichten von den zugigen Burgen und Schlössern im Kopf hast, die man nicht beheizen konnte und die strapaziösen Feldzüge, Versorgungsengpässe u.s.w. Aber es gibt noch andere Bewertungsgrundlagen für Lebensqualität als die, welche landläufig für solche Argumentationen herhalten müssen. Wenn Du Dich mit der Biographie von Friedrich II. (dem Falkner) beschäftigst, wirst Du sehen, wie armseelig die normale bundesdeutsche Existenz im Vergleich dazu ist.

    Zur Rohkost, der Lebenserwartung und Naturvölkern:

    1. Die gestiegene Lebenserwartung ist natürlich auf die Fortschritte in der Hygiene und der Medizin zurückzuführen. Wir leben also länger trotz unserer Ernährung, nicht wegen ihr.

    2. Ohne Kriege (das sagst Du ja selbst) steigt die durchschnittliche Lebenserwartung

    3. Die Studie über Urvölker, die durchnittlich nur 25 werden, ist mir nicht bekannt. Fest steht jedoch, dass es nicht die Ernährung ist, die eine so geringe Lebenserwartung dort produziert, sondern andere Faktoren, die mit Medizin, Hygiene und Kriegen zu tun haben, oder sogar mit dem Vertreiben dieser Völker aus ihren ursprünglichen Habitaten durch z.B. Holzfirmen mit gekauften Einschlagsgenehmigungen. Also wieder der Kommerz.

    Versteh mich nicht falsch: Ich habe nichts gegen Zivilisation und Fortschritt. Aber es gibt nicht nur einen einzigen gangbaren Weg, der die Wahrheit bereithält. So nach dem Motto: „Wenn Du keine Kartoffeln und Brot magst, darfst Du auch keinen Computer gebrauchen. Wir schauen auf die Geschichte und haben sicherlich viel erreicht, aber auch wahnsinnige Fehler gemacht, aus denen wir lernen sollten, bevor es zu spät ist. Unsere heutige Situation ist nicht zu vergleichen mit der Vergangenheit, weil es noch nie 7 Milliarden Menschen auf dem Planeten gab. Da hat jeder kleine Irrtum gigantische Konsequenzen! Und die Zeit läuft aus, weil wir in 20 Jahren die 11 Milliarden überschreiten werden. Da werden die Ressourcen kaum noch reichen. Zum Diskutieren ist also kaum noch Zeit und Meinungen interessieren dann auch nicht mehr. Wenn Menschen in die Ecke gedrängt werden, rollen Köpfe. Damit es dazu nicht kommt, brauchen wir heute schon Lösungen für morgen, die aus Weisheit geboren werden, statt aus dem Wahn um die Erhaltung von überkommenen alten Weltbildern.

    • 18 Rheinlaender 14. November 2009 um 08:26

      „Verstehe ich nicht! Die haben doch immer noch ne Königin, leisten immer noch Frohndienste, heute Arbeit genannt, und kontrollieren immer noch die Welt. Vielleicht nicht mehr territorial, aber sicherlich finanziell durch Ihre enge Bruderschaft mit den USA.“

      Das ist wohl ziemlicher Stuss – Du wirst doch wohl die Gesellschaftstruktur, Regierungsstruktur, Wirtschaft, etc. unter Elizabeth I nicht ernsthaft mit der unter Elizabeth II vergleichen wollen?????

      Niemand zwingt Dich einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wenn ich meine Beduerfnisse auf Grundbeduerfnisse zusammenstreichen wuerde, kaeme ich mit runden 5-10 Std. Arbeit die Woche aus. Der Rest ist Luxus.

      Im Uebrigen ist gezwungen zu arbeiten: Die Grundbeduerfnisse (liess mal den „An Act for the Relief of the Poor“, E 43 C 2, 1601) werden jedem noch arbeitsscheuen HarzIV-Empfaenger uebererfuellt.

      • 19 Momo 15. November 2009 um 20:53

        Kurz geantwortet:

        „Das ist wohl ziemlicher Stuss – Du wirst doch wohl die Gesellschaftstruktur, Regierungsstruktur, Wirtschaft, etc. unter Elizabeth I nicht ernsthaft mit der unter Elizabeth II vergleichen wollen?????“

        Will ich ja nicht. Natürlich gibt es da Unterschiede. Aber sind diese im Bezug auf das Nachdenken über eine utopische Gesellschaft wirklich relevant? Die Veränderungen sind, für die fast 500 Jahre, die inzwischen vergangen sind, erschreckend klein. Technologien interessieren mich hierbei nicht.

        „Niemand zwingt Dich einen Arbeitsvertrag zu unterschreiben. Wenn ich meine Beduerfnisse auf Grundbeduerfnisse zusammenstreichen wuerde, kaeme ich mit runden 5-10 Std. Arbeit die Woche aus.“

        Herzlichen Glückwunsch. Du hast einen guten Job. Das geht nachweislich nicht jedem so.

        „Im Uebrigen ist gezwungen zu arbeiten: Die Grundbeduerfnisse (liess mal den „An Act for the Relief of the Poor“, E 43 C 2, 1601) werden jedem noch arbeitsscheuen HarzIV-Empfaenger uebererfuellt.“

        Das ist für mich eher ein Beleg für die Fehlfunktionen in unserer Gesellschaft. Arbeitsscheue Menschen sind wohl eher ein Phänomen der von Dir so gelobten Wohlstandsgesellschaften.
        Wenn Du nur bis ins Mittelalter zurück gehst, wirst Du keine „Sozialschmarotzer“ mehr finden: die hätte die Gesellschaft gar nicht mittragen können.

      • 20 Rheinlaender 16. November 2009 um 09:18

        Mono schrieb: „Das ist für mich eher ein Beleg für die Fehlfunktionen in unserer Gesellschaft. Arbeitsscheue Menschen sind wohl eher ein Phänomen der von Dir so gelobten Wohlstandsgesellschaften.“

        Nun, soll man 1000 Leute einstellen um einen Graben auszuheben, den man 5 Leuten in einem 1/10 der Zeit und entsprechenden Maschinen auch bauen kann?

        Sicher, ein guter Teil der Leute sind heute nicht mehr oekonomisch zu beschaeftigen, weil es ihnen aus Ausbildung/Hirnmasse fehlt.

        Ich halte deshalb das Gerede von „Vollbeschaeftigung“ fuer unsinnig – es geht eher darum, wie man diese Leute durchfuettert, ohne das es zu teuer wird, aber auch ohne, dass sie Aufstand machen.

      • 21 Rheinlaender 16. November 2009 um 09:25

        Mono schreibt: „Technologien interessieren mich hierbei nicht.“

        Genau diese Technologien sind der Kern-und-Angelpunkt jeder Gesellschaft.

        Die Technologien, die einer Gesellschaft zur Verfuegung stehen bestimmt deren gesellschaftlich und politische Struktur.

        Es ist das Sein, dass das Bewusstsein bestimmt. Die materielle Grundlage einer Gesellschaft bestimmt ihren politischen, kulturellen und gesellschaften Ueberbau. Die Theaterdekoration, wie die Rituale, Sysmbole, interessieren dabei nur am Rande.

      • 22 Momo 17. November 2009 um 16:37

        An Rheinländer:

        „Nun, soll man 1000 Leute einstellen um einen Graben auszuheben, den man 5 Leuten in einem 1/10 der Zeit und entsprechenden Maschinen auch bauen kann?“

        Kurz und knapp: Ja!
        Denn Du hast den Energieerhaltungssatz nicht angewandt.
        Rechne bitte die Kosten/Nutzen-Bilanz für die Produktion der Maschine mit ein:
        1. den Energieaufwand, den Stahl und das Aluminium zu fördern und zu schmelzen,
        2. die Verschleißteile
        3. die Betriebsstoffe wie Öl, Benzin und zumeist toxisches Hydrauliköl.
        4. die Schäden in der Natur, die durch diesen „Produktions“prozess verursacht wurden und die dementsprechenden Kompensierungsmaßnahmen.

        Erst jetzt addiere die Kosten. Das ist dann Deine wirkliche Bilanz.

        Sie wird negativ ausfallen.

        Vielleicht nicht für den Kapitalisten des Momentes, aber langfristig und ganzheitlich betrachtet sehr wohl.

        Dein Beispiel ist im Übrigen stark überzogen, deswegen will ich es mal in ein Verhältnis bringen:
        Es wäre langfristig ökonomisch vorteilhafter, 50 oder 100 Leute anzustellen, und die Arbeit in der doppelten Zeit zu erledigen, anstatt mit der Maschine zu arbeiten.

        Wie funktioniert nur Deine Logik?
        Wenn es nur um Wirtschaftlichkeit und Ökonomie geht, dann werden wir Fischfang nur mit Dynamit oder 20 km langen Grundschleppnetzen betreiben, damit die Fischstäbchen im Kühlregal für jedermann erschwinglich bleiben und Du wieder Mal behaupten kannst, dass es doch heute jedem besser gehe als früher. Bedeutet: Alles so schnell wie möglich auffressen und nicht an zukünftige Generationen denken.
        Der Atlantik ist fast leergefischt. Welche Technologien hälst Du denn bereit, um dieses Problemchen zu lösen? Willst Du Fische drucken?

        In den von Dir so verschmähten „stagnierenden“ Kulturen war es über viele Jahrmillionen so:

        Der Vater ging, wie seine Vorfahren auch, mit der Angel oder dem Wurfnetz fischen und brachte diese „uneffektiven“ Methoden auch seinem Sohn bei. Davon konnte jeder leben, viele Millionen Jahre lang. Ein sich selbst erhaltendes System.

        Und jetzt kommt Rheinländerchen mit dem technokratischen Selbstverständis der letzten 150 Jahre und behauptet, dass es endlich ein Ende haben sollte mit dieser Uneffektivität, denn jetzt hat sich ja der Kapitalismus „durchgesetzt“.

        Alle Ressourcen, über die wir verfügen, verdanken wir denen, die sie im Lauf der Geschichte für uns geschont haben. Dies passierte nicht nur aus Unwissen oder technischer Blödheit, sondern aus der Erkenntnis heraus, dass der Mensch als Spezies VOLLKOMMEN abhängig vom Funktionieren seiner Umwelt ist. (vgl. Indios, Indianer, Germanen, u.s.w.)

        Der „das-beste-System-was-es-jemals-gab“-Kapitalismus in Kombination mit den Antriebstechnologien des 20 Jh. ist in Wirklichkeit:
        Der erste bekannte Raubzug der Menschheit über seinen Wirtsorganismus.
        Mit welchen Errungenschaften Du auch immer argumentieren willst: Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich beim „kapitalistischen“ Menschen um einen invasiven Parasit mit hoher Letalität für die von ihm befallen Ökosysteme. Die Rechtfertigungen, die sich die Parasiten untereinander zuflüstern, um ihr Treiben zu legalisieren, sind völlig belanglos. Die Wahrheit zeigt sich immer im Resultat.

        Und jetzt sagtst Du weiter:

        a) „Die Technologien, die einer Gesellschaft zur Verfuegung stehen bestimmt deren gesellschaftlich und politische Struktur.“

        und

        b)“Es ist das Sein, dass das Bewusstsein bestimmt. Die materielle Grundlage einer Gesellschaft bestimmt ihren politischen, kulturellen und gesellschaften Ueberbau.“

        Beides richtig, aber in diesem Zusammenhang leider nur Halbwahrheiten.
        Denn:

        zu a) in vielen Fällen nicht: So wäre z.B. ein Elektroauto technisch möglich, ist aber aufgrund von Gewinnsucht am Öl noch nicht bzw immer noch sehr zögerlich in die Serienproduktion gegangen. Darunter leidet nicht nur die Natur, sondern auch ganze Völker in den Erdöl-Förderländern. Blockierungsgrund: Geld!

        zu b) umgekehrt wird aber auch ein Schuh draus:

        „Es ist das Bewusstsein, dass das Sein bestimmt“
        Wenn ich z.B. bewusst sehe, dass etwas falsch läuft, kann ich durch mein BewusstSein das Sein, also die Realität, verändern.

        „Der gesellschaftliche (politische) Überbau bestimmt die materielle Grundlage einer Gesellschaft“
        Wenn durch politische Entscheidungen gewisse Technologien oder Lebensformen den Menschen vorenthalten oder versagt werden, dann haben wir den anderen Fall, den ich deutlich klarer in dieser Welt beobachten kann.
        Häufigste Ursache dafür: Geld!

        Geld ist nicht nur Fortschrittsmotor, sondern auch oft fortschrittsgefährdend.
        Wenn Geld automatisch zu Progressivität führen würde, warum ist es dann immer in den Händen von konservativ handelnden Entitäten, die die Welt möglichst lange in einem bestimmten Zustand halten wollten.

        Und noch ein Wort zur Evolution:

        Du argumentierst mit einer komischen Doppelmoral.
        Im Falle der Gesellschaftssysteme berufst Du Dich auf eine „natürliche“ Evolution und bejahst deswegen die Entwicklungen bis zum momentanen Stand als Selektionsprozess.
        Andererseits sprichst Du den „natürlichen“ Evolutionsmechanismen ihre Gültigkeit ab, weil in technisierten Gesellschaften „modifizierte“ Auswahlkriterien zum tragen kommen würden. Nämlich unsere Eigenen.

        Was denn nun? Dürfen wir jetzt an der Evolution manipulieren, oder nicht?
        Wenn ja, dann könnte man ja auch die gesellschaftlich-evolutive Entwicklung bis zum Kapitalismus in Frage stellen und eine bessere, nachhaltige Gesellschaftform implementieren.

        Wie Du schon sagst: Vielleicht stehen wir über der Evolution und können deshalb auch die zerstörerischste Wirtschaftskraft überwinden, die auf den niedersten Instinkten des Menschen aufbaut: dem Kapitalismus.

  10. 23 Momo 29. Oktober 2009 um 02:29

    Nachtrag zu den „immer friedlicheren Gesellschaften:

    Du sagst:

    „Die Errichtung von argaischen Gesellschaften, und spaeter die Errichtung von staatlichen Strukturen fuehrt zu ein Trend zu immer friedlicheren Gesellschaften“

    Das ist ein argumentativer Griff ins Klo!
    Die 60.000.000 (in Worten: sechzig Millionen!) Opfer des letzen Weltkrieges zwischen den sog. „zivilisierten Gesellschaften“ übertreffen wohl bei weitem die Mordopfer, die es seit Adam und Eva in allen Naturvölkern zusammengenommen gegeben haben mag.

  11. 24 Rheinlaender 29. Oktober 2009 um 11:47

    Nur kurz geantwortet (den Rest spaeter): Troz des Genozids an den Juden, troz der Bombadierung von Gross- und Millionenstaedten, troz Ruanda und Kambotscha, etc. war das 20. Jahrhundert wohl das friedlichste Jahrhundert in der gesamten Menschheitsgeschichte.

    Gesehen an der Gesamtbevoelkerung sind die Verlausten an Menschen nicht andeutungsweise im Ausmass wie in frueheren Kriegen. Lies einmal die Bibel im Alten Testament: Kriegsfuehrung war damals Voelkermord.

    Kriege zwischen „Naturvoelkern“ werden bis bis zur Ausrottung des anderen Stammes gefuehrt. Schau Dir Kriege zwischen Schimpansengruppen an – das gleiche Muster einer ueberbrutalen Kriegsfuehrung.

    Schau dir die engl. Geschichte bis zur Tudorzeit an: England war im fast staendigen Dauerbuergerkrieg.

    Der zivilisatorische Fortschritt schafft gegenseitige Abhaenigkeiten, die einfach das Kriegfuehren unmoeglich machen. Ein dt.-franz. Krieg ist nicht deshalb heute unmoeglich weil Merkel und Sarkozy bessere Charactaere sind als Bismark und Napoleon III., sondern weil die Fuehrung eines solchen Krieges wegen der gegenseitigen wirtschaftlichen Abhaenigkeit einfach nicht mehr technisch machbar ist.

    Der Fortschritt der Zivilisation erfordert immer groessere Einheiten, groessere politische Strukturen, schafft gegenseitige Abhaenigkeiten und sorgt deshalb fuer friedlichere Gesellschaften.

  12. 25 Momo 29. Oktober 2009 um 14:37

    Gute Dialektik!

    „Troz des Genozids an den Juden, troz der Bombadierung von Gross- und Millionenstaedten, troz Ruanda und Kambotscha, etc. war das 20. Jahrhundert wohl das friedlichste Jahrhundert in der gesamten Menschheitsgeschichte.“

    Kommt darauf an, ob man anerkennen will, dass heutzutage Krieg auf vielen Ebenen geführt wird. Ich persönlich zähle auch die ca. 30.000 Toten, die es TÄGLICH wg. Hunger oder vermeidbaren Krankheiten zu beklagen gibt, mit.
    Das sind nämlich die Opfer eines unsichtbaren Verteilungskrieges, von dem wir in Europa nicht viel mitbekommen, weil er eben nicht mehr zwischen Frankreich und Deutschland stattfindet.

    Das sich Schimpansen übel auf die Mütze hauen, dürfte bekannt sein. Hierbei geht es um sehr begrenzte Territorien und vor allem: Um Tiere ohne Reflexionsvermögen. Jeglicher Vergleich mit globalen Zusammenhängen oder auch Naturvölkern ist für mich nicht nachzuvollziehen.

    Im übrigen sollte man da auch nicht überbewerten, denn die Evolution hat ja immer sehr gut funktioniert: Es waren immer noch genug Individuen vorhanden, um die Fortpflanzung und exponentielle Vermehrung zu gewähleisten. Auch ohne Zivilisationen kommt die Natur sehr gut zurecht!

    „Lies einmal die Bibel im Alten Testament: Kriegsfuehrung war damals Voelkermord.“

    Genau. Deswegen ist es auch pervers, dass sich das Christentum und das Judentum noch heute zum alten Testament und diesen Grausamkeiten bekennen, die von einem „Vulkandämon“ namens Jahwe seinem „Volk“ befohlen wurden.
    Ist doch eigentlich bigott, dass die einen ein Glaubensbekenntnis durch die Welt tragen können, in dem Genozide eine bedeutende Rolle gespielt haben und andere für die Leugnung des Holocaust bestraft werden sollen. Liegt das daran, dass das eine länger her ist, als das andere? Oder liegt es vielleicht daran, dass der Israel-Palästina-Konflikt im Grunde eine Reminisenz an die Landnahme ist, die schon vor 3000 Jahren unter einem Mann namens Moses stattfand?

    Die Tudor scheinen Dein Spezialgebiet zu sein. Ich finde dass müßig, denn die Politik und Geschichtsschreibung war in dieser Phase des Weltgeschehens schon so korrumpiert, dass ich persönlich daraus keine Ableitungen machen möchte.

    „Der Fortschritt der Zivilisation erfordert immer groessere Einheiten, groessere politische Strukturen, schafft gegenseitige Abhaenigkeiten und sorgt deshalb fuer friedlichere Gesellschaften.“

    Deinem Statement entnehme ich, dass Du deshalb im Idealfall eine Weltregierung bevorzugen würdest, da es dann keine Kriege mehr geben könnte (siehe Modell Europa: früher Krieg, heute Eiapopeia)
    Nun gut, da gebe ich Dir Recht, unter der Voraussetzung der Erhaltung der eigentlichen Grundlage dieses „Bündnisses“: der Wirtschaft. Denn sonst ist es nichts, was uns zusammenhält. Ich kenne Europa gut und weiß, wie unterschiedlich z.B. Portugal und Deutschland sind. Da gibt es keine Wertegemeinschaft bzw. gemeinsame Rechtssprechung. Europa wird lediglich von Konzernen und oligarchischen Vereinen ausgesaugt, deshalb gibt es eine gemeinsame Währung und keine Kriege mehr. Es ist also nicht der „Fortschritt der Zivilisation“, sondern ein von oben etabliertes Zweckbündis. Eine weltweite Rezession könnte diese Situation sehr schnell ändern. Und das ist das Problem.

    • 26 Rheinlaender 31. Oktober 2009 um 14:59

      Du schreibst: „Kommt darauf an, ob man anerkennen will, dass heutzutage Krieg auf vielen Ebenen geführt wird. Ich persönlich zähle auch die ca. 30.000 Toten, die es TÄGLICH wg. Hunger oder vermeidbaren Krankheiten zu beklagen gibt, mit.
      Das sind nämlich die Opfer eines unsichtbaren Verteilungskrieges, von dem wir in Europa nicht viel mitbekommen, weil er eben nicht mehr zwischen Frankreich und Deutschland stattfindet.“

      Nun, der Verteilungskrieg passiert tatsaechlich zwischen Deutschland und Frankreich, der EU und den USA, etc. Das Problem der Laender in denen Kinder verhungert ist nicht, dass sie „ausgebeutet“ werden durch den Kapitalismus, sondern dass sie eben nicht „ausgebeutet“ werden. Warum ermoeglichen manche afrikanische Laender ihren Buergern zumindest einen minimalen Lebensstandard, wie Ghana, Senegal oder Botswana, waehrend andere daran scheitern? Der gleiche Rohstoffreichtum stuerzt den Kongo ins Elend und ist in Botswana die Grundlage fuer das relative wirtschaftliche Wohlergehen.

      Die Ursache liegt eben nicht in irgentwelchen „Verteilungskriegen“, sondern ist primaer in jeweiligen gesellschaftlichen und politischen Strukturen der Laender zu suchen. In dem Zusammenhang mal auf die Artikel von Andrew Mwenda, George Ayittey oder Ngozi Okonjo-Iweala verwiesen.

      Du schreibst: „Das sich Schimpansen übel auf die Mütze hauen, dürfte bekannt sein. Hierbei geht es um sehr begrenzte Territorien und vor allem: Um Tiere ohne Reflexionsvermögen. Jeglicher Vergleich mit globalen Zusammenhängen oder auch Naturvölkern ist für mich nicht nachzuvollziehen.“

      Nun, Schimpansen „hauen sich“ nicht nur „uebel auf die Muetze“, sondern fuehren regelrechte Vernichtungskriege. Sie sind eben keine „Tiere ohne Reflektionsvermoegen“, sondern geheoeren mit dem Menschen in Gruppe der Hominini. Der genetische Unterschied zwischen einem Schimpansen zu einem Gorilla ist groesser als zum Menschen. Wir sind genau betrachtet, neben dem Bonobo, eine Species der Schimpansen. Deshalb ist das Studium dieser Tiere fuer das Verstaendnis des menschlichen Verhaltens wichtig.

      Was ein „begrenztes Territorium“ ist, ist eine Frage der technischen Moeglichkeiten. Fuer irgentwelche Staemme ist dieses „begrenzte Territorium“ der naechste Wald, in einer Welt in der New York sechs Flugstunden von Europa entfernt ist, ist dieses „begrenzte Territorium“ die gesamte Erde. In einer Welt wo die Hauspreise in London im direkten Zusammenhang mit der Arbeitslosigkeit in China steht ist eben „local“ China und Afrika.

      Ich habe das alte Testament deshalb herbei zitiert, weil es weit verbreitet ist. Ich haette auch jeden anderen Text ueber Kriegsfuehrung aus dieser Zeit nehmen koennen: Die Standardkriegfuehrung war nach heutigen Massstaeben schlichter Voelkermord. Was heute die Ausnahme ist, war damals der Normalfall.

      Ja – Ich halte ueber kurz-oder-lang eine Art Weltregierung fuer schwer vermeidbar.

      Um zum Grundthema zureuck zu kommen: Gesellschaften werden nicht dterminiert (oder regiert) ueber Symbole, sondern ihre politsche Struktur ist Ausdruck der technischen Moeglichkeiten und deren Anwendung.

      Eine industrielle Gesellschaft hat automatisch andere gesellschaftliche Strukturen und Herrschaftsmechanism als feudale Gesellschaft oder eine Sklavenhaltergesellschaft (wie in der Antike). Hier folge ich Karl marx, dass eben das Bewustsein durch die oekonomischen Verhaeltnisse gepraegt wird. Die realen Revolutionen waren nicht der Sturm auf Bastille, sondern die Erfindung der Dampfmachine, die staendige Verbesserung des Fernhandels, die Erfindung Elektrizitaet, etc. pp. Um ein bischen Kristalkugel zu spielen: Zukuenftige Gesellschaften werden wohl durch neue Entwicklungen der Gentechnik determiniert werden (wie das auch immer konkret aussehen wird).

      Ein solcher Fortschritt verlangt einfach globale Regierungsstrukturen – und kann auch nicht mehr rueckgaenig gemacht werden. In Strukture wie der EU, der NAFTA, der G-8, G-20, IMF, etc. finden wir heute schon den Nukleus einer solchen Weltregierung; nicht so sehr als politsches Projekt, sondern als Reaktion der Politik auf die realen wirtschaftlichen Umstaende, die wiederum eine direkte Funktion des technischen Fortschritts ist.

      Es handelt sich einen Prozess, der im 15. Jahrhundert began und der bis heute anhaelt und sioch weiter beschleunig. Die politischen Strukturen folgen diesem Prozess (und hinken immer etwas hinter her).

      • 27 Momo 4. November 2009 um 13:24

        Hallo Rheinländer,

        nochmal ein Nachtrag zu Deiner so unumstößlichen Überzeugung:

        „Gesellschaften werden nicht dterminiert (oder regiert) ueber Symbole, sondern ihre politsche Struktur ist Ausdruck der technischen Moeglichkeiten und deren Anwendung.“

        Du überschätzt die Menschen. Wie Du schon sagst, sind wir ja eigentlich fast Schimpansen.

        Es gibt es demnächst einen Film mit dem schönen Titel:
        „PROGRAMMING THE NATION“

        Hier der Youtube-Trailer:

        Desweiteren möchte ich auch mal eine Literaturempfehlung für Dich geben:
        Noam Chomsky: „NECESSARY ILLUSIONS. Thought Control in Democratic Societies.“ ISBN: 0-89608-366-7

        Vielleicht hast Du einfach nur die falschen Bücher gelesen? Nämlich die, welche dafür bestimmt sind, Intellektuelle in die Irre zu führen, indem sie die Weltergeignisse in Details zerlegen, um diese dann so zu rekombinieren, dass der eigentliche Zusammenhang unsichtbar bleibt.

  13. 28 Atreju 29. Oktober 2009 um 20:52

    Diese Diskussion hat sich wirklich spannend entwickelt, von der Interpretation eines Symbols auf einem Personalausweis hin zu einer Streitdebatte um zwei Glaubenssysteme:

    Auf der einen Seite das konditionierte, eingeprägte und zur offiziellen Realität der Mehrheit erklärte Weltbild des westlich zivilisierten Bildungsbürgertums.
    Auf der anderen Seite das Weltbild jener Minderheiten, die nicht mehr bereit sind alles zu schlucken, was offensichtlich keinen Sinn ergibt und angefangen haben alles, aber auch alles zu hinterfragen und dabei leider (oder zum Glück) auf völlig neue Erkenntnisse stoßen. Mit jeder neuen Erkenntnis bröckelt das alt hergebrachte Weltbild ein Stückchen mehr und im Falle von Momo scheint sich das Weltbild des Rheinländers in eine absolute Farce aufgelöst zu haben.

    Es ist schön zu sehen, wie eine Diskussion (eine sehr wichtige Diskussion) über unsere Realitäten auf so hohem Niveau geführt werden kann, ohne das der eine oder andere gleich versucht, sein Gegenüber in eine Schublade zu stecken und fertig zu machen.

    Am Ende dieser Diskussion wird keiner den anderen überzeugt haben, aber möglicherweise werden andere, die das hier lesen zum Denken angeregt und können so entweder aufwachen, wie Momo oder weiter leben wie Rheinländer. Das meine ich nicht böse oder wertend. Es hat einfach mit Realitätstunneln zu tun, in denen wir (fest)stecken und die uns über Jahre hinweg geprägt und zudem gemacht haben, was wir heute sind. In jedem von uns steckt ein Denker und ein Beweisführer! Das Problem ist, egal was der Denker denkt, der Beweisführer wird es beweisen. Und ich glaube, da ist das Problem der Mehrheit! Sie denkt falsch…sie denkt konditioniert.

    Auch wenn ich viele Eurer Ergüsse über die Geschichte nicht mal eben wissenschaftlich nachprüfen kann, so teile ich die Meinung von Momo. Viele Dinge, die Du Rheinländer, schreibst
    klingen mir zu sehr nach Universitäts-Copy-und-Paste! So einfach ist es aber nicht und beinahe jedes Jahr müssen auch Geschichtswissenschaftler einsehen, dass sie ihre jahrelang studierte Geschichte vom einen Tag auf den anderen umschreiben müssen, weil jemand herausgefunden hat, das manche Fakten doch ganz anders sind, als die Mehrheit immer angenommen hat.

    Rheinländers Sicht von der Bevölkerung und ihren Kriegen in der Vergangenheit ist schon sehr erstaunlich, aber sie rührt nunmal vom westlich orientierten/zivilisierten und von den westlichen Medien geprägtem Weltbild her. Jenes in dem eigentlich alles immer besser ist als anderswo (wenn auch nicht perfekt) und das uns immer wieder einredet, dass wir glücklich sein sollten mit dem was wir erreicht haben. Das ist aber zu kurz gedacht und außerdem völlig undifferenziert.
    Ich bin mir sicher, Rheinländer, dass Du auch der Meinung bist, dass der Afghanistankrieg kein Krieg ist und die afghanische/irakische Zivilbevölkerung von uns geschützt wird (werden sollte) und das überhaupt unsere heutigen Konflikte eher mit dem beflügelnden Begriff „Krieg gegen den Terror“ zu tun haben. Und dieser hat natürlich auch die Befreiung der Menschen zum Ziel (egal wo auf der Welt).

    Fakt ist aber nunmal, dass wir, die westliche Welt unter Führung der USA, seit zig Jahrzehtnen (immer woanders, aber nie zu Hause) in einem Dauerkrieg stecken, der Millionen von Menschen das Leben gekostet hat und genau jetzt, wo Du diese Zeilen liest, ebenfalls hunderttausende Menschen sterben: Langsam, unsichtbar und unbemerkt.

    Bestes Beispiel für die andere Realität, die die nicht von SZ, FAZ, SPIEGEL, FTD, TAZ oder den öffentlich Rechtlichen erzählt wird:
    Ist Dir bekannt, dass die USA und andere NATO-Länder weite Landstreifen des ehemaligen Jugoslawiens, Afghanistans und Irak radioaktiv verseuchen? Und zwar mit dem Einsatz von Depleted Uranium Munition? Zum Einstieg das hier http://futurologischer-kongress.blogspot.com/2009/10/die-morderischste-waffe-des-militarisch.html aber google es selber , vor allem guck Dir an, was mit den Kindern geschieht und welche Folgen der Einsatz seit 2003 im Irak hatte!

    Das taucht sicher nicht in Deiner Realität auf. Warum nicht? Weil diese Erkenntnis so erschütternd ist, dass Du an Dein Weltbild zweifeln müsstest! Und das wäre schlecht für das System, also wird dieses Thema verschwiegen. Es ist aber so: Der Westen tötet hundert-tausendfach immer und immer wieder! Wofür? Für Geld, für Ressourcen, für Macht und für das Überleben seines Systems! Deutschland macht da freilich mit. Wir erlauben ja den USA unsere Stützpunkte zu benutzen, um die tödliche Fracht in die entfernten Länder zu bringen! Das hat auch Schröder gemacht und die Merkel erst recht!

    Die Tatsache, dass unser Wohlstand auf der Ausbeutung von Millionen anderer Menschen beruht sollte eigentlich in jedem von uns zumindest ein wenig Unbehagen erzeugen und die Frage nach dem „Warum“ in uns wachsen lassen. Ich sehe aber in der offiziellen Realität der Mehrheit des westlich zivilisierten Bildungsbürgertums keine Suche nach dem Warum. Vielmehr den krampfhaften Versuch jedes Unrecht auf der Welt, das wir zu verantworten haben, mit traurigen Sachzwängen zu entschuldigen. Und selbst dieses Verhalten wurde den Menschen anerzogen.

    Es ist doch mittlerweile so, dass die ganzen Intellektuellen Deutschlands wie die Frösche im Kochtopf sitzen und einfach nicht realisieren, wie das Wasser anfängt zu kochen. Und wer denkt, mir geht es ja gut und ich habe nichts zu befürchten, ich lebe in einem der besten und sichersten Systemen der Welt, der täuscht sich meiner Meinung nach ganz gewaltig!

    Vielleicht können wir aber wieder zu den Symbolen zurückkommen. Sicher gibt es Symbole, deren Bedeutung man erlernen muss. Es gibt aber auch Symbole, wie Momo geschrieben hat, die tief in uns intuitiv erfasst werden (ich finde alles was mit Sex zu tun hat, eignet sich ganz hervorragend für diese These…darauf baut die ganze Werbung auf). Wenn Symbole in unserer Welt so wenig zu bedeuten haben, dann frage ich mich, warum es zahlreiche Lexika dazu gibt und warum Historiker und vor allem Kunstwissenschaftler sich intensiv mit jenen Symbolen beschäftigen müssen, um Jahrtausende alte Kunst zu verstehen. Eine Kunst, die die Menschen vergangener Tage sehr wohl verstanden, so wie wir die Bilder verstehen, die aus dem Fernseher flimmern. Warum sind die meisten Kirchen nach strengen Lehren der Symbolik errichtet? Und warum wirkt die Farbe Rot wie sie wirkt?

    Liebe Grüße

    • 29 Rheinlaender 29. Oktober 2009 um 21:56

      Nur erstmal kurz zum Afghanistankonflik: Nein: Es geht um die Zivilbevoelkerung in Afghanistan; es geht um etwas ganz anderes: Es geht um die Durchsetzung der Prinzipien des Frieden von Westfalen, dass nur den Staaten und Regierungen erlaubt sein darf international zu agieren und das diese Staaten innerhalb ihrer Grenzen die absolute staatliche Gewalt ausueben. Das steht nicht in den Zeitungen oder wird durch Begriffe wie „Nation Building“ kaschiert. Jede Friedensordnung basiert auf dem Prinzip der realen Ausuebung staatlicher Gewalt und den etablierten Methoden der Beendung von Konflikten zwischen Staaten. Gruppen wie Hamas oder die Taliban sind deshalb fuer den Weltfrieden eine Gefahr. Oder als Schlagwort: „Kein Zurueck hinter 1648!“

      Zum Begriff „Krieg“: Mit diesem Begriff wird z. Zt. extremer Schindluder getrieben. Ein Krieg ist ein Konflikt zwischen Staaten und Regierungen – und sonst nichts. Das voelkerrechtliche Herkommen liefert klare Regeln wann ein Krieg anfaengt und wann er formal beendet ist. Der Begriff des „War of Terror“ oder „War on Drugs“ etc. verschleiert diese Begrifflichkeit.

      Nur: Wenn der Termius „Krieg“ verwendet wird schwebt im Hintergrund immer das „Inter arma enim silent leges“ (In Zeiten des Krieges schweigt das Gesetz). Waerend man beim „klassischen Krieg“ ein formales Ende sehr gut auf die Stunde definieren kann, ist dies bei dem „War on Terror“ nicht moeglich: Es gibt eben keine „Regierung Terror“ mit der man verhandeln kann oder die man besiegen kann um den Kriegszustand formal zu beenden.

      Regierungen sehen hier eine Moeglichkeit das Gesetz zum Schweigen zu bringen und sich ausserordentliche Vollmachten zu verschaffen (wie deutlich zu sehen).

      Solche Fragen zu diskutieren erscheint mir fuer wichtiger als Rueckseitenmuster von Personalausweisen zu begutachten aus denen man je nach sexueller oder religoeser Ausrichtung noch ganz andere Dinge rauslesen kann (vlg. Raufasertapeten).

  14. 30 Atreju 29. Oktober 2009 um 23:03

    Ja Rheinländer, genau das mein ich mit offizielle Realität des westlich zivilisierten Bildungsbürgertums. Das ist doch Bürokraten- und Juristendeutsch.

    Mag sein, dass man sich irgendwann festgelegt hat und den Begriff Krieg definierte. Jedes System, jeder Staat und jeder Herrscher definiert für sich aber Krieg neu. Ich halte es da eher mit Clausewitz, der Krieg folgendermaßen definierte: Krieg ist die „höchste Form der Selbstbehauptung eines Volkes“. Später relativierte er den Begriff ein wenig: „Der Krieg ist also ein Akt der Gewalt, um den Gegner zur Erfüllung unseres Willens zu zwingen.“. (Vom Kriege, Buch I, Kapitel 1, Abschnitt 2).

    Ich möchte noch ergänzen, für mich ist Krieg da, wo Staaten ihre Panzer rollen lassen und Kampfflieger Bomben abwerfen. Und ich weigere mich einfach diese tumben Phrasen eines Herrn Jung oder wem auch immer zu akzeptieren, der mir erklärt, wann man von Krieg reden darf und wann nicht! Wenn man die Soldaten fragt, die dort töten und getötet werden, dann sprechen sie vom Krieg. Wenn man die Menschen vor Ort in den Krisengebieten fragt, die ihre Liebsten verlieren, dann sprechen sie vom Krieg. Wo hundert tausende Menschen von einer hochgerüsteten Armee umgebracht werden spreche, ich von Krieg. Und die Taliban waren/sind nicht Nazi-Deutschland, das ein Land nach dem anderen überfallen hat. Die haben „nur“ die Menschen in Afghanistan auf dem Gewissen und bis 9/11 hat auch keiner wirklich was gegen die Taliban gehabt.
    Übrigens können Terroristen überall auf der Welt trainieren – dazu braucht man nicht Afghanistan, das kann man auch in einem Vorort von Bochum.

    Leider bist Du auch nicht auf meinen Vorwurf an uns (die westliche Welt) eingegangen, dass wir, um Dich mal zu interpretieren, den Weltfrieden versuchen zu verteidigen in dem wir ganze Landstriche über Jahrmillionenjahre verseuchen. Von unseren eigenen Soldaten mal ganz zu schweigen, die bringen die radioaktiven Staubpartikel nämlich in ihrem Körper mit und werden immer mehr mißgebildete Kinder zeugen. Eigentlich ist es völlig egal, ob diese Konflikte als Krieg definiert werden oder nicht, ihre Auswirkungen stellen ein Verbrechen an die Menschheit dar. Und wir schauen dabei zu.

    Gehst Du tatsächlich davon aus, dass wir den Weltfrieden schützen, wenn wir Hamas oder Taliban bekämpfen? Glaubst Du tatsächlich, dass das überhaupt von Interesse für uns ist? Wie kann es dann sein, dass der Westen einen durch und durch korrupten Mann als Staatsoberhaupt in Afghanistan eingesetzt hat, von dem man weiß, dass er seinen Bruder deckt, der einer der größten Drogenbarone des Landes ist, der, wie heute veröffentlicht wurde, angeblich auch auf der Gehaltliste der CIA stehen soll (siehe http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,657780,00.html ). Und das jetzt Obama auftaucht und mit Druck zu einer neuen Stichwahl geführt hat ist auch nichts weiter als politisches Kalkül. (War halt blöd, das der Betrug aufgeflogen ist.)
    Wie kann es dann sein, dass man den grausamen Warlords ein Gewicht in der afghanischen Regierung eingeräumt hat, obwohl jeder Afghanistanexperte wusste, dass das der Anfang vom Ende war?

    Natürlich befinden wir uns in einem Krieg und natürlich schweigt das Gesetz. Wieviele Beweise braucht man dafür? CIA-Entführungen, Abu Grheib, Guantanamo Bay, DU-Munition, Angriffskrieg auf Irak (völkerrechtlich nicht legitimiert und mit Lügen (Massenvernichtungswaffen) angezettelt, Folterung von Kombatanten (das allein ist schon ein Witz, plötzlich sind es keine Krieger und Menschen mehr, sondern Kombatanten mit denen man umgehen kann wie man will, bei denen die Genfer Konvention einfach nichts mehr gilt), Israels Einsatz von verbotenen Waffen im Gaza (Phosphorgranaten) and the list goes on and on and on.

    Nein, nein mein lieber Rheinländer, wir sind nichts weiter als ganz erbärmliche Heuchler. Auf der einen Seite Iran beschimpfen und diffamieren und auf der anderen Seite nicht besser sein und mit den schlimmsten auf der Welt kooperieren, wenn es gerade passt. (Über China spricht auch keiner mehr, da liegt ja schließlich auch das Geld und die Zukunft der Wirtschaft…)

    Liebe Grüße

  15. 31 Rheinlaender 30. Oktober 2009 um 01:48

    In aller Kuerze zum Begriff „Krieg“: Als Elizabeth I die Armada von Phillip II versenkte, war es „Krieg“, weil zwei Souveraene miteinander kaempften (oder besser gesagt: kaempfen liesen). Als Elizabeth I die „Rebellion of the North“ niederschlagen lies war es kein Krieg, weil sie Ihre souveraene Aurorithaet (und die des Parlamentes) durchsetzte gegen Rebellen (waeren diese Rebellen erfolgreich gewesen, waeren diese der Souveraen geworden – aber das ist ein anderes Kapitel). Als das revolutionaere Frankreich kaiserliche Truppen bis hinter den Rhein zuruecktrieb war es „Krieg“ weil zwei souveraene Staaten kaempften, als der selbe Staat brutal seine Authoritaet in der Vendee durchsetze war es kein Krieg weil kein anderer Souveraen beteiligt war.

    Diese Ordnung der Souveraene wird in Afghanistan verteidigt gegen jene, die diese nicht anerkennen.

    Du magst sagen das ist imperial – und das ist es auch. Aber diese imperiale Herrschaft ist die Grundlage jeder weiteren Friedensordnung, weil ohne deren Existenz keine Institutionen bestaenden, die eine solche Friedensordnung durchsetzen koennten.

  16. 32 Rheinlaender 30. Oktober 2009 um 02:03

    Eine kl. Randbemerkung: Lies einmal in einer Mussestunde Tacitus Annalen und Historien unter dem Augenmerk der roemischen Politik im Bezug auf Armenien und Du wirst sehr viele Muster wiedererkennen, die man in der heutigen westlichen Afghanistanpolitik findet – nur waren die Roemer etwas offener in ihren Methoden.

    Die Funktion bleibt: Sicherung des bestehenden Systems der Stabilitaet innerhalb der Reiches. Als Bewohner dieses Imperiums unser Interesse.

  17. 33 Momo 30. Oktober 2009 um 20:41

    Hallo Rheinländer,

    mit Interesse habe ich Deinen Dialog mit „Atreju“ gelesen.

    Ich bin deswegen zu der Überzeugung gekommen, dass ein so belesener Mensch wie Du ganz genau wissen sollte, was wirklich los ist. Anders macht das für mich keinen Sinn.

    Mark Twain hat mal gesagt:
    „Man muss die Fakten kennen, bevor man sie verdrehen kann.“

    An einer Stelle musste ich allerdings schon sehr schlucken. Du schreibst:

    „Die Funktion bleibt: Sicherung des bestehenden Systems der Stabilitaet innerhalb der Reiches. Als Bewohner dieses Imperiums unser Interesse.“

    Ups! Seid Ihr nicht eine Seite, die sich gegen „braune Soße“ wendet? Und jetzt machst Du so eine Aussage, die ideologisch nicht weit vom Faschismus entfernt ist?

    Wie auch immer: Es war sehr spannend mit Dir zu argumentieren, aber wie „Atreju“ schon sagte: Wir werden uns kaum auf einen gemeinsamen Nenner einigen können.

    Zum Abschluss unseres Dialoges erlaube mir, Dir noch eine persönliche Frage zu stellen:
    Arbeitest Du für irgendeine Institution, oder ist dass wirklich Deine Meinung als Privatperson?

    Mit besten Grüßen nach Deutschland,
    Momo

    • 34 Rheinlaender 31. Oktober 2009 um 01:15

      Ein Wort zum Termius „Reich“: ich verwendete es hier im Sinne von „Imperium“ of „Empire“.

      Es beschreibt eine Gruppe von Staaten mit unterschiedlicher Kultur und Sturktur, jedoch mit gemeinsamer institutioneller Dach. Das Roemische Reich das British Empire, die KuK-Monarchie war ein jeweils ein solches und auch das Heilige Roemische Reich.

      Der Begriff „Deutsches Reich“ war in diesem Sinne eine Mogelpackung, den der 1871 gegruendete Staat war eben kein „Empire“ sondern ein Nationalstaat.

      Der Westen bildet heute ein solches „Empire“, fuer die EU hat dies niemand geringere als Jose Manuel Barroso formuliert. Dieser „Club“ hat alle Attributes eines Empires und liefert fuer seine Buerger klare erkennbare Vorteile. Er hat gewisse Standards bezueglich der gesellschaftlichen und politischen Strukturen (marktwirtschaftlicher Kapitalismus, eine gewisse soziale Absicherung, parlamentarische Demokratie, Menschenrechte). Innerhalb dieses Rahmens kann jeder Staat, bzw. Staatengruppe, seine Verhaeltnisse regeln.

      Ich empfehle dir da mal als Einfuehrung: Jan Zielonka, Europe as Empire: The Nature of the Enlarged European Union, Oxford 2006

      Ich selber habe – aus Jux-und-Dollerei – mal einen Vergleich der Strukturen des Reichskammergerichts und des EU-Gerichtshofs als Essay verarbeitet.

      Ich muss zugeben, das ich schnell vergesse, dass es manche Leute gibt bei denen der Begriff „Reich“ eine braun gefaerbte Erektion verursacht. Ich verwende diesen Begriff im Sinne eine „Empires“, wie es das British Empire war. Mit hoechst komplexen internen Strukturen und laenderuebergreifend.

  18. 35 Atreju 3. November 2009 um 13:06

    Nun ist es also doch ein Krieg…

    Auch wenn ich den Guttenberg nicht mag, so hat er doch genau die Wahrheit ausgesprochen, die ich weiter oben versucht habe zu erklären:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,658850,00.html

    Dieser ganze Einsatz ist doch eine Farce! Und das weißt Du auch!

    Deine Beschreibung vom Westen und der EU als Imperium finde ich interessant. „Er [der imperiale Club] hat gewisse Standards bezueglich der gesellschaftlichen und politischen Strukturen (marktwirtschaftlicher Kapitalismus, eine gewisse soziale Absicherung, parlamentarische Demokratie, Menschenrechte). Innerhalb dieses Rahmens kann jeder Staat, bzw. Staatengruppe, seine Verhaeltnisse regeln.“

    Diese Strukturen kann man auch anders beschreiben (wenn auch etwas polemisch):

    – marktwirtschaftlicher Kapitalismus = Ausbeutung der Völker (unseres mit eingeschlossen)
    – gewisse soziale Absicherung: das „gewisse“ wird gewiss sukzessiv abgeschafft, wie wir jeden Tag erleben dürfen.
    – parlamentarische Demokratie = die Bürger dürfen wählen zwischen Cola und Pepsi
    – Menschenrechte: Sie unterliegen der Auslegungslaune des jeweiligen Staates und werden zunehmend beschnitten. Der aktuelle Sicherheitswahn der Republik und des gesamten „westlichen Empires“ (um Deine Begriffe zu verwenden) hat eine Auflösung verschiedener Grundrechte zur Folge und ich habe schon weiter oben auf die Folter- und Entführungstechniken der USA hingewiesen, die definitiv nicht im Einklang mit den Menschenrechten stehen. Auch die Auslegung, wann der „Staat“ seine Bürger töten darf regelt der Lissabonner Vertrag ganz anschaulich und lässt doch erkennen, wie schnell Menschenrechte ausgehebelt werden können.

    Aber ich nehme an, dass zur Wahrung des Systems und des westlichen Imperiums solche Opfer gebracht werden müssen, nicht wahr Rheinländer? Denn Du denkst doch, dass „diese imperiale Herrschaft“ „die Grundlage jeder weiteren Friedensordnung“ ist.

    Ich bezweifle das doch ganz stark. In meinen Augen ist Dein „westliches Empire“ ein Kriegsimperium und zwar auf mehreren Ebenen: militärisch, wirtschaftlich und kulturell.

    Ein Imperium muss ja auch immer weiter wachsen, um sich selbst zu füttern und sein System zu erhalten. Dazu muss es sein Weltbild den anderen Völker aufzwingen. Und genau darum geht es doch Rheinländer. Ganz im Geiste von Brezinsky, nicht wahr? Die westliche Welt unter der Führung der USA kämpft um die Weltherrschaft. Das ist die momentane Geostrategie. Und so wie Du schreibst, musst Du Dich gedanklich auch schon darauf eingerichtet haben, dass dieses Empire auf seinem Weg nach Osten unweigerlich irgendwann auf das „östliche Imperium“ stoßen wird. Spätestens dann sieht es aber arg mit dem westlichen Imperium aus. Allein die „human resources“ der anderen sind gigantisch und Du glaubst doch wohl nicht, dass wir beim Kampf um Energie auf Kuschelkurs gehen werden, wenn es darauf ankommt?

    Und da ist das Problem Deiner Imperien, die die Grundlage für jede weitere „Friedensordnung“ legen. Das westliche, materialistische System wird scheitern, denn es muss aufgrund seiner Weltanschauung scheitern. Ein System, das auf der Grundlage eines unendlichen Wachstums beruht, kann auf einem endlichen Planeten nur scheitern! Selbst wenn wir alles zerstören, um es wieder aufzubauen (was wir ja schon so oft getan haben, um uns zu erhalten) wird dieser Planet dem westlichen System seine Grenzen aufweisen. Und vorher werden wir es auch nicht in den Weltraum schaffen, um dort die nächsten Planeten heimzusuchen.

    Ich kann nichts Gutes in der Struktur eines Empires, wie Du es beschreibst, entdecken. Unser System hat bisher in seiner Mehrheit nur zu Unterdrückung anderer Völker und Kulturen, zur Aufzwingen eines fremden Willens und zur Auslöschung fremder Kulturen geführt.

    Wir alle (mich eingeschlossen) sollten uns im Klaren sein, dass unser Wohlstand auf der Ausbeutung der dritten Welt und den ärmsten der Armen beruht. Ich wünschte mir ein „Imperium“ dass es sich zum Ziel setzen würde, diese Ungerechtigkeit aus der Welt zu schaffen, anstatt sie Tag für Tag zu fördern!
    Stattdessen werden wir aber dumm und im Konsumrausch gehalten und Kritikfähigkeit, Selbstbestimmung und Skepsis werden langsam Schritt für Schritt ausradiert. Sicher, man kann sich im hierarchischen Sytem des „westlichen Empires“ behaglich einnisten. Man sollte sich aber nicht wundern, wenn man eines Tages feststellt, dass man von seinem Muttersystem wie von einem Parasiten Stück für Stück ausgesaugt wurde. Denn dieses System macht vor niemandem Halt: Weder vor der Dritten Welt, noch vor seinen eigenen Bürgern. Auch das wurde weiter oben in anderer Form schon von Momo ausgeführt. Es ist eben nicht normal, dass der Mensch 40-50 Stunden in der Woche arbeitet, um sich sein Dach über dem Kopf und seine Nahrung im Bauch zu verdienen. Es ist zwar üblich, ja – aber nicht normal und nicht natürlich! Denk mal drüber nach…

    Wie schon einmal hier weiter oben: Ich würde die rote Pille nehmen!

    • 36 Momo 4. November 2009 um 14:02

      „Es ist eben nicht normal, dass der Mensch 40-50 Stunden in der Woche arbeitet, um sich sein Dach über dem Kopf und seine Nahrung im Bauch zu verdienen.“

      Bravo! Urvölker im Amazonas arbeiten durchschnittlich nur ca. 3 Tage pro Woche für ihr Auskommen. Den Rest der Zeit reden sie miteinander, ruhen sich aus oder haben Sex. Dazu gibt es tolle Literatur.

      Ach ja, dazu fällt mir noch ein Sprichwort aus Haiti ein:

      „Wenn Arbeit etwas Gutes wäre, hätten die Reichen sie nicht den Armen überlassen.“

  19. 37 Atreju 4. November 2009 um 12:09

    Oha – ich habs erst jetzt gelesen: Rheinländer hält eine Weltregierung über kurz oder lang für unvermeidbar!

    Und wie soll die Gesellschaft unter einer Weltregierung aussehen? Etwa wie bei 1984 oder eher wie in Huxleys Brave New World?

    Das würde mich schon sehr interessieren.

    Was passiert mit 8 Milliarden Menschen, die sich hauptsächlich in drei Weltreligionen einteilen lassen? Wie sollen unterschiedliche Kulturen miteinander unter einer regierung geführt werden? Wie soll da Einigkeit hergestellt werden, wenn es nicht einen fundamentalen Bewußtseinswandel der Menschen und des Systems, in dem sie leben, gibt?

  20. 38 Rheinlaender 4. November 2009 um 13:23

    Darauf nur kurz geantwortet:

    Ich halte weder G. Orwells 1984 fuer eine realistische Zukunftsvorstellung (es war eher einer seiner Abrechnungen mit Stalinismus), noch Huxley hier fuer wirklich realistisch. Ich weiss auch nicht wie das konkret aussehen wird.

    Ich nur anders nicht, wie wir die Probleme einer globalen Welt regeln koennen.

    Der dazu noetige Bewustseinswandel (man kann keine Gruppe/Volk auf Dauer gegen ihren Willen regieren) wird wohl am ehsten durch die oekonomische Verflechtung und durch Immigrationsbewegung durchgefuehrt. Staedte wie London, wo ueber 40% der Bevoelkerung ausserhalb des UK geboren sind und man jeden beliebigen halbwegs besezten Bus wohl jede Hautfarbe vertreten findet, zeigen die Richtung an.

    Wir duerfen dabei nicht vergessen, dass der Nationalstaat selber Jahrhunderte brauchte um sich zu etablieren, und das dies auf globaler Ebene sicher auch Zeit braucht. Immerhin wird am „Project Europa“ seit 1951 herumgebastelt (Schuman Erklaerung) und es ist immer noch nicht abgeschlossen.

    • 39 Momo 4. November 2009 um 14:58

      Hallo Rheinländer,

      habe doch noch mal Zeit gefunden, im Blog vorbeizuschauen.

      Und siehe da: ihr seid ja schon ein Stückchen weitergekommen.

      Ein kleiner Kommentar zu folgender Aussage:

      „Der dazu noetige Bewustseinswandel (man kann keine Gruppe/Volk auf Dauer gegen ihren Willen regieren) wird wohl am ehsten durch die oekonomische Verflechtung und durch Immigrationsbewegung durchgefuehrt.“

      „Immigration/Emigration“ sind sicherlich tolle Sachen, die uns Menschen einander näher bringen, auch wenn dies oft mit Problemen behaftet ist, deren Überwindung auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung ist.

      „Ökonomische Verflechtung“ ist in diesem Zusammenhang ein dialektisch-demagogischer Begriff. Ich halte es da eher mit der Realität: „Machtausübung durch Schaffung finanzieller Abhängigkeiten“.
      Eine Verflechtung ist ein nämlich Gebilde, bei dem alle Teile und Schichten der Bevölkerung interagieren – und gerade dies ist nirgendwo der Fall! Was wir statt dessen haben, ist eine internationale Finanzelite, die die Politik und die Bevölkerung fest in ihrem Griff hat. Das „Projekt Europa“ ist daher lediglich eine Markterweiterung für diese Monopolisten, verschleiert durch Argumentationen von „gemeinsamen Werten“, Kultur und Völkerverständigung.
      Und hier beisst sich Dein Hund in den Schwanz, wenn Du sagst:
      „man kann keine Gruppe/Volk auf Dauer gegen ihren Willen regieren“.
      Eben doch! Durch wirtschaftlich-finanzielle Zwangskonstrukte!

      Ich rechne es Dir zwar hoch an, dass Du zugibst, auch keine bessere Lösung für dieses Problem zu haben. Aber sollten wir nicht weiter danach suchen, anstatt wieder und wieder das „Priester-Geld-Schuld-Modell“ aus Ägypten anzuwenden, um unsere Zukunft auf diesem Planeten zu gestalten? Beruhen nicht alle guten und produktiven Übereinkünfte immer auf Freiwilligkeit und ideologischer Überzeugung?

      Mit Geld wird bestochen. Für Geld wird gelogen und betrogen. Wie kann Geld also das geeignete Mittel sein, um die Welt wahrhaftig zusammenzubringen?

  21. 40 Atreju 4. November 2009 um 14:45

    Die Probleme einer globalen Welt können nicht gelöst werden, solange das Geldsystem, wie wir es heute benutzen, nicht geändert wird.

    Solange es den Zins und Zinseszins gibt, solange man mit Schulden anderer Profit machen kann und solange die Gier nach immer mehr, MehR, MEHR einer unserer obersten Lebensprinzipien bleibt, wird es keine Verbesserung der Lebensumstände auf diesem Planeten geben! Die „City of London“ oder Städte wie London sind ganz sicher keine Vorreiter für einen Bewußtseinswandel. Das ist widerum naives „Mulitikulti-Denken“.

    Nicht eine Weltregierung ist die Lösung unserer Probleme, sondern ein fundamentaler „spiritueller“ Bewußstseinswandel unserer Lebensweise. Solch ein Bewußtseinswandel ist aber nicht gewünscht und unter der Mehrheit der Menschheit augenblicklich schwer vorstellbar, denn es würde bedeuten, seinen gesamten Lebensstil zu hinterfragen und mit ihm zu brechen. Ich spreche nicht von „zurück in die Höhlen“, sondern ich spreche von einer massiven Verlagerung unserer Lebensprinzipien und -ziele!

    Würden immer mehr Menschen zur Einsicht kommen, dass das Leben der „Westler“ mittlerweile völlig sinnfrei geworden ist und würden diese Menschen endlich aufhören mit dem kranken System zu kooperieren (das sie Tag für Tag aussaugt und sogar von innen zerstört (hier wären wir wieder bei denaturalisierter Nahrung, Überarbeitung und schädlichen Einflüssen aufgrund unserer Lebensweise), dann wäre vielleicht endlich genug Raum frei, die geistige Leistungskraft der menschlichen Rasse in Richtung neuer und wirklich friedlicher Lebenssysteme zu lenken!

    Aber wie gesagt, ein Blick in die Medien und selbst in die Universitäten genügt heute, um zu erkennen, das ein solch harter Eingriff in die Gesellschaft nicht gewünscht – ja im Gegenteil, sogar bekämpft wird. (Ich pauschalisier mal: Ökos sind doof und stinken, tragen Jesuslatschen und Wollpullis)

    Da Du ja belesen bist und sicher auch etwas mit Utopien anfangen kannst, empfehle ich Dir den utopischen Roman „Das Tahiti Projekt“. Es ist sicher keine Weltliteratur, aber das in ihm vorgeschlagene Projekt zur Veränderung unserer Welt ist meines Erachtens der zurzeit klügste Vorschlag, etwas zu ändern. Immerhin ein Vorschlag.

    Lieber Rheinländer, diese Diskussion könnte fruchtbarer sein, wenn Du vielleicht das ein oder andere mal auf meine kritischsten Anmerkungen eingehen würdest, anstatt Dir die unverfänglichen Sachen herauszupicken.

    Mich würde interessieren, wie Du zu den diversen Militäreinsätzen der USA/NATO stehst und vor allem in diesem Zusammenhang zur DU-Munition? Mich würde interessieren, wie Du ein Imperium gutheißen kannst, dass andere Völker vernichtet oder versklavt und deren Kultur auslöscht. Wo sind da die Werte geblieben, die wir immer so hoch halten?
    Mich würde interessieren, wie Du zu den permanenten Menscherechtsverletzungen des Westens stehst, jenen Menschenrechten, die uns so hoch und heilig sein sollen?
    Mich würde interessieren ob Du den Lehrspruch „historia est magister vitae“ verstanden hast und ob Du der Meinung bist, dass auch nur irgendwer in der Summe tatsächlich aus der Geschichte gelernt hat oder ob wir seit den Ägyptern nicht immer und immer wieder die selbe Show durchziehen, um Systeme zu schützen.

    Mich würde ferner interessieren, ob Du eigentlich bereit bist Deine „Freiheit“ gegen „Sicherheit“ einzutauschen, während Du, als belesener Mensch, die Parallelen entdecken können solltest zu faschistischen Regierungen in der Vergangenheit und in fiktiven Romanen zur Jetztzeit.

    Ich habe neulich im (nicht unumstrittenen) Werk von Haffner geblättert (Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914–1933, Stuttgart & München 2000. (postum veröffentlicht) )
    Findest Du nicht erstaunlich, dass viele Dinge, die am Vorabend des Dritten Reichs passierten den Entwicklungen dieser Tage in den USA, dem UK und tendeziell auch bei uns ähneln?

  22. 41 Atreju 10. November 2009 um 13:47

    Lieber Rheinländer,

    was ist denn los? Bist Du im Urlaub? Ich würde mich wirklich freuen, Antworten auf meine Fragen zu erhalten?

    Was ist überhaupt mit diesem Blog los? Der letzte Beitrag stammtja aus dem Sommer? Kümmert sich keiner mehr um den Dummenfang? Wer ist eigentlich der Betreiber und schreibt die Beiträge?

    • 42 Momo 11. November 2009 um 02:32

      Hallo Atreju,

      ich glaube, die haben keinen Bock mehr auf uns…

      • 43 Momo 11. November 2009 um 04:14

        Hallo Atreju,

        vielleicht sollten wir mal ein neues Thema vorschlagen?

        Ich wäre hierfür: „Der Quatsch mit der braunen Soße“.

        Das könnte ein Blog werden, in dem mal anhand von Beispielen gezeigt wird, wie die verschiedenen Medien und Politiker versuchen, sämtliche nicht systemkonformen Aussagen und Menschen als „Rechte“ zu etikettieren, weil das in Deutschland ja sofort zur Diskreditierung führt.

        Es ist schon peinlich, wenn man mal in andere Länder kommt und einen die dortige Aristokratie erstmal darüber aufklären muss, wie gehirngewaschen wir Deutschen eigentlich durch die Umerziehung der alliierten Bildungs- und Medienpolitik (nach 1945) sind.

        Ewige Schuld und Reue (gähn!). Was für ne einfallslose Strategie.
        Das ist so ähnlich, als würde man „Terminator Teil 6“ mit Heinz Rühmann besetzen…

  23. 44 Atreju 11. November 2009 um 12:37

    Hmm, ich kanns mir ja eigentlich nicht vorstellen und das würde auch schon wieder zu weit in den Bereich Verschwörung fallen, aber vielleicht ist dieser Blog hier ja doch ein finanziertes Projekt der „Gegenseite“. Und jetzt, wo der Hetzer Schäuble und sein Kamerad Hanning weg sind, da wird der Blog einfach kurzerhand abgestellt…oder was ist hier los?

    Hier fehlt ja nur noch der vorüberrollende Präriebusch…so still und einsam ist es hier plötzlich..

    Gleichzeitig steigt aber der Besucher Counter….

    Huhuuuu, jemand da?

    Mal sehen welche Blogs in Zukunft unter de Maziere auftauchen….

    • 45 Momo 11. November 2009 um 19:50

      Was ist denn jetzt eigentlich und schlußendlich über das merkwürdig okkulte Zeichen auf dem Personalausweis gesagt worden?

      Der Autor des Beitrags sagt dazu nix, „Rheinländer“ glaubt auch, es sei reiner Zufall und „deppenaufsicht“ hat auch nur so einen irrführenden Beitrag von nem Esotherik-Fuzzi zur Deskreditierung des Themas angebracht.

      Vielleicht sollten wir zwei jetzt einfach alleine weiterdiskutieren, wobei ich sogar bereit wäre, die systemkonforme Sicht argumentatorisch zu verteidigen.

      Einverstanden?

      Also dann fange ich mal an:

      1. Die Bundesdruckerei druckt für 80 Millionen Menschen Ausweise und denkt sich ein völlig sinnloses Hintergrundmotiv aus. Das hat dort niemand bemerkt: Nicht die Designer, nicht die Gravierer, nicht die Drucker und auch nicht das Regierungspersonal bei der Abnahme der Druckvorlage. Nur ein paar Spinner, die sonst aus dem Kaffeesatz lesen, haben natürlich wieder einmal mit viel Phantasie einen Tierkopf hineininterpretiert und ein Riesengeschrei angefangen. Beweis mir mal das Gegenteil!

      2. Zwei Flugzeuge fliegen in die WTC, worauf diese kerzengerade in sich zusammenfallen. Es sollte deshalb zukünftig darüber nachgedacht werden, ob man nicht die Verschrottung von ausgemusterten Flugzeugen und den Abriss von Wolkenkratzern in einem Aufwasch erledigen sollte. Das geht ja besser, als bisher angenommen. Wozu noch Sprengmeister und teures Equipment?

      3. Der Irak wurde durch die USA und Anhängsel von einem bösen Tyrannen befreit. Es handelt sich um einen rein ideologischen Krieg, bei dem es um die Freiheit des Irakischen Volkes geht. Das die letzten großen Ölfelder dort liegen, ist in diesem Zusammenhang völlig belanglos. Komm mir jetzt nicht mit Verschwörungstheorien!

      4. Die Besetzung von Afghanistan richtete sich gegen das Unrechtsregime der Taliban, das die Menschenrechte mit Füßen getreten hat. Dass ein Jahr später die Ölpipeline dort gelegt wurde, ist reiner Zufall. Auch Präsident Karsai, der vorher mit den Amis im Ölgeschäft war, hat sich als der beste Mann für die Demokratisierung des Landes erwiesen, deshalb wurde er ja auch wiedergewählt. Qualität setzt sich eben durch. Ist doch richtig, oder?

      5. Das die Intendanten der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten in Deutschland immer das Parteibuch der jeweiligen Landesregierungen haben, ist bestimmt auch über die Quadratwurzel aus Konrad Adenauer geteilt durch das Grundgesetz, multipliziert mit dem Föderalismusgesetz der Allierten zu erklären. Oder nicht? Dann beweise es!

      6. Das Michel Friedmann so schnelle Rehabilitation durch die Deutsche Politik genossen hat, ist sicherlich nicht dadurch begründet, das er der Vize des Zentralrats der Juden war. Die Politik in Deutschland ist eben sehr versönlich und möchte ihm einfach keinen lebenslangen Strick draus drehen. Das sind eben die christlichen Werte, die jedem Menschen eine zweite Chance gestatten. Eva Hermann natürlich ausgenommen. Hast Du da irgendwelche Zweifel?

      7. Dass die zehn Gebote von der globalen Politik nicht eingehalten werden, ist völlig verständlich. Gott hatte, als er Moses die Tafeln gab, halt nicht die geopolitische Übersicht. Selbstverständlich können wir diese heute missachten, wenn es darum geht, ein anderes Land zu demokratisieren. Wann verstehst Du das endlich?

      8. Die Palästinenser sind einfach zu unflexibel mit der Nutzung ihres Territoriums. Wenn ein paar tausend fliegende Geldhändler aus der Diaspora zurückkehren, dann muss man halt Platz machen. Überhaupt scheinen die nicht kapiert zu haben, dass jemand der dort vor 2000 Jahren das letzte mal die Blumen gegossen hat, heute immer noch das Gewohnheitsrecht in Anspruch nehmen kann.
      Und ein paar Splitterbomben und zerfetzte Babies sollte man da nicht so eng sehen. Wir sollten trotzdem zu den Israelis stehen und weiterhin die Klappe halten, auch wenn sie das Gleiche wie die Schlächter der Nazis durchziehen. Das ist überhaupt nicht verleichbar!
      Bei der Oder-Neiße-Grenze ist das natürlich ein völlig anderer Fall und in keinster Weise zu vergleichen. Wenn Du Dich da mal einlesen willst, dann schau Dir mal die Paragraphen 12b und 61a im ZVJB und die Zusatzrichtlinien 647348z Abs. 646 im FZBV an. Dann wirst Du schon sehen!

      9. Die von Dir ständig genannte Uranmunition wurde erst im Nachhinein als gesundheitsschädigend erkannt. Wer konnte schon ahnen, dass Plutoniumreste aus Kernkraftwerken zellschädigend sind? Findest Du das nicht ein bisschen weit hergeholt? Woher stammen Deine Verschwörungstheorien – von rechten Internetseiten?

      10. Die Ozonlöcher stammen vom FCKW des Haarsprays, dass Deine Eltern in den 60ern benutzt haben. Deswegen ist auch die Schuld bei John Travolta zu suchen, anstatt bei den Atombombentests, die die UdSSR und USA in den oberen Atmosphärenschichten gemacht haben.

      Viel Spass beim gegenargumentieren!

      LG,
      Momo

  24. 46 Atreju 12. November 2009 um 23:05

    AHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHHA

    Ich krieg mich nicht mehr ein! Sehr gut! Was soll ich dazu noch sagen. Du hast mich. Ich kann Dich nicht widerlegen:

    – Die Welt ist gut, unsere Regierungen die weisesten und besten, die es bisher gegeben hat und alle Menschen die 911 anzweifeln, sind Antisemiten.

    – Jeder der gemischte Gefühle bei der Schulmedizin und insbesondere die Schweinegrippeimpfung hat, ist ein schwachsinniger potentieller Mörder (weil er andere Menschen vor der schützenden Impfung abhalten will) und Gutmenschen, die sich nicht den Sachzwängen einer globalisierten Welt unterordnen wollen, sind hoffnungslos ewig gestrige.

    – Unsere Presse ist frei, objektiv und selbstbestimmt, denn jeder Journalist kann über alles schreiben, was er will und jeder Skandal wird früher oder später aufgedeckt und vor allem: Zur Anzeige gebracht! Zensur gibt es nicht in unserer Welt und wenn die ARD ein Putininterview bis zur völligen Sinnumdrehung verschneidet, ist das ein ungeschickter Eingriff zugunsten der Sendezeit (-länge) und den Kernthemen gewesen.

    – Privatisierungen sind gut, denn sie steigern die Effizienz von „Staatsunternehmen“, deren einstigen hoheitlichen Aufgaben (Energie-, Wasser-, Gesundheits-, Verkehrsversorgung etc.) zur Hauptverantwortlichkeit des Staates zum Schutze seiner Bürger gehörten.

    – Kriege sind keine Kriege, sondern Konflikte, die der Befreiung und Sicherheit dienen. Wenn dabei nebenbei die Industrie und die Banken verdienen können, ist das eine positive Nebenwirkung für unsere Volkswirtschaft.

    P.S.: Schade, das mein Eintrag nicht freigeschaltet wird – vermutlich wegen der youtube links! Deshalb hier nochmal ohne youtube links!

  25. 47 Atreju 13. November 2009 um 16:41

    Zum Okkultismusverweis weiter oben (kann irgendwie die antwort nicht senden – sende button fehlt)

    Ja, Spitze des Eisberges ist gut. Ich möchte noch gerne Stichworte zum selber googeln mitgeben:

    Okkultismus des Heinrich Himmler

    Wieviel Okkultismus steckte in der Thule-Gesellschaft und wie einflußreich war sie wirklich?

    Was hat es mit Skull & Bones auf sich? (harmlose Loge oder okkultes Eliten-Ringelpiez?)

    http://de.wikipedia.org/wiki/Skull_&_Bones

    „Der Fall Dutroux“ (eine erschreckende Dokumentation, die den Zuschauer ratlos und mit Gänsehaut zurücklässt) Nachdem 27 Zeugen im Kinderschänderfall auf mysteriöse Art sterben, untersucht ein Kamerateam den Fall genauer und will Verbindungen zu satanischen Elitekreisen bis in die belgische Regierung aufdecken – das belastende Material ist erdrückend)

    Was ist der Bohemian Grove?

  26. 48 Atreju 16. November 2009 um 11:11

    Schön, dass Du wieder da bist Rheinländer.

    Ich habe so das Gefühl, Du hälst nicht viel von Menschen? Die meisten scheinen für Dich nur nutzlose Esser zu sein. Denn in Deinem Weltbild ist kein Platz für Leben, sondern nur für Produktion und Gewinnmaximierung. Kann das sein?

    Das ist vermutlich auch der Grund,warum Du Imperien magst, du nach England gezogen bist (arbeitest Du etwa im Bankensektor in der City of London – wohl nicht, sonst hättest Du nicht soviel Zeit für diesen Blog) und nichts gegen Eroberungskriege mit all seinen Folgen einzuwenden hast. Vermutlich wäre es eh ein Segen, wenn die Menschheit mal wieder radikal zusammengekürzt werden würde? Entschuldige meinen Zynismus.

    Du scheinst Dir gar nicht vorstellen zu können, dass Menschen auch andere Ziele im Leben haben könnten, als immer nur an sich zu denken, mehr HABEN zu wollen und stupide dem lieben Geld hinterherzurennen. Der Glaube an Geld und die Anbetung dieser Einheiten ist so lächerlich und kleingeistig! Ich bin eigentlich erschüttert, dass ein Mensch mit Deinem Bildungsniveau tatsächlich so krampfhaft an so einem von Grund auf falschen Weltbild festhält oder vielmehr erbittert verteidigt.

    Sicher, Du wirst jetzt wieder damit anfangen, dass es doch keine Alternative gibt. Aber das ist so nicht richtig. Vielmehr bist Du zu faul, über andere Möglichkeiten nachzudenken. Es ist halt einfacher, das Bestehende zu schützen, als wirklich mal etwas Neues zu wagen.

    Da Du ja jetzt wieder da bist. Vielleicht möchtest Du jetzt auf meine Fragen antworten, die ich schon weiter oben gestellt hatte:

    Mich würde interessieren, wie Du zu den diversen Militäreinsätzen der USA/NATO stehst und vor allem in diesem Zusammenhang zur DU-Munition? Mich würde interessieren, wie Du ein Imperium gutheißen kannst, dass andere Völker vernichtet oder versklavt und deren Kultur auslöscht. Wo sind da die Werte geblieben, die wir immer so hoch halten?
    Mich würde interessieren, wie Du zu den permanenten Menscherechtsverletzungen des Westens stehst, jenen Menschenrechten, die uns so hoch und heilig sein sollen?
    Mich würde interessieren ob Du den Lehrspruch „historia est magister vitae“ verstanden hast und ob Du der Meinung bist, dass auch nur irgendwer in der Summe tatsächlich aus der Geschichte gelernt hat oder ob wir seit den Ägyptern nicht immer und immer wieder die selbe Show durchziehen, um Systeme zu schützen.

    Mich würde ferner interessieren, ob Du eigentlich bereit bist Deine „Freiheit“ gegen „Sicherheit“ einzutauschen, während Du, als belesener Mensch, die Parallelen entdecken können solltest zu faschistischen Regierungen in der Vergangenheit und in fiktiven Romanen zu tendenziellen Entwickungen der Jetztzeit.

    Ich habe neulich im (nicht unumstrittenen) Werk von Haffner geblättert (Geschichte eines Deutschen. Die Erinnerungen 1914–1933, Stuttgart & München 2000. (postum veröffentlicht) )
    Findest Du nicht erstaunlich, dass viele Dinge, die am Vorabend des Dritten Reichs passierten den Entwicklungen dieser Tage in den USA, dem UK und tendeziell auch bei uns ähneln?

    Ich freue mich sehr, Deine Antworten zu diesen Themen zu lesen!!!!!

    Ach ja, um vielleicht mal die Kehrseite unseres Lebens zu sehen. Vielleicht kennst Du es, aber vermutlich eher nicht. Google doch mal das Filmchen:

    Story of Stuff

    • 49 Rheinlaender 16. November 2009 um 12:32

      Nun, ich bin Freelancer und habe manchmal viel Zeit und manchmal sehr wenig – kommt darauf an.

      Die Gewinn- und Produktionsoptimierung hat eine klare Funkktion: Das Lebensglueck und Sicherheit von Mrd. von Menschen zu verbessern. Geld ist nur ein Ausdruck, ein Massstab hierfuer.

      Ich bin aber der festen Ueberzeugung, dass die Probleme dieser Welt nicht dadurch entstehen, dass Menschen egoistisch sind, sondern irrational und emotional handeln. Eine Welt voller Egoisten, die ihre Ziele rational und langfristig analysieren und emotionslos verfolgen, waere um etliches friedlicher und sicherer.

      Das Wecken irrationaler Hoffnungen, ob nun irgentwelche Jungfrauen im Paradies, die ideale Gesellschaftsform, der Gottesstaat oder unter welchen Label immer auch daherkommend, und die Aufforderung sich diesen „hoeheren Idealen“ unterzuordnen, bishin zum Verzicht auf das eigene Leben, ist meiner Meinung nach die Ursache fuer das meiste Elend in dieser Welt.

      Ich halte Imperien deshalb fuer gut, weil sie dem einzeln Menschen, und auf den kommt es an, die groesst moegliche Freiheit und Sicherheit fuer sein Leben bieten. Sie ermoeglichen es einen Rahmen auf Dauer zu garantieren, was kl. Einheiten so nie koennten. Die Sicherheit der Unmoeglichkeit z. B. ein dt.-franz. Krieges ist ein extrem hohes Gut fuer jeden auf dem europaeischen Kontinent. Die Sicherheit sich von Nordnorwegen bis nach Spanien oder Griechenland in einem einheitlichen Rechtsraum frei bewegen und niederlassen zu koennen ist ein Mass von Freiheit, FUER JEDEN, das ein Nationalstaat nie garantieren koennte.

      Wir ziehen eben nicht seit den Aegyptern die gleiche Geschichte durch – die bronzezeitlichen Technologien der antiken Aegypter erforderten andere gesellschftliche Konstrukte als unser Zeitalter. Es ist eben die materielle Grundlage einer Gesellschaft, die ihre Struktur und Herrschaftbestellung determiniert.

      „Voelker“, „Kulteren“, „Religonen“ oder sog. „Rassen“ sind austauschbare Attribute, austauschbar wie die Farbe meiner Socken. Relevant ist einzelne Mensch – nichts anderes.

      Wenn Leute sagen: „Erhalt der XYZ-Kultur“ oder „Erhlat des XYZ-Volkes“ dann meinen sie: Erhalt der Beschraenkungen der Moeglichkeiten des Einzeln sich so zu entwicklen, wie er will oder meint. Diese Reaktionaere wollen die Menschheit in tradionellen Beschraenkungen behalten, um ihren kl. Hinterhof, durch kuenstl. Kulturschranken abgegrenzt zum neachsten kl. Hinterhof, beherrschen zu wollen.

      Zu Ex-Jugoslavien: Es kann nicht angehen, dass sich irgentwelche Stammeshaeuptlinge gegenseitig auf Kosten der Bevoelkerung in Europa die Schaedel einschlagen (es sollte weltweit nicht moeglich sein, aber erstmal vor der eigen Tuer aufraeumen).

      Wenn Leute zu Gewalt greifen, dann muss es erlaubt sein, wenigstens in Europa, diese mit Gewalt zu stoppen. Ein Prezendenzfall, dies zuzulassen, waere auf Dauer in den Folgen fuer den eurpaeischen Frieden um Kategorien uebler!

      • 50 Momo 17. November 2009 um 21:48

        Ich erlaube mir mal eine Deutung:

        „Die Gewinn- und Produktionsoptimierung hat eine klare Funkktion: Das Lebensglueck und Sicherheit von Mrd. von Menschen zu verbessern. Geld ist nur ein Ausdruck, ein Massstab hierfuer.“

        -Geld als Ausdruck und Massstab für Lebensglück.
        Dir ist nicht mehr zu helfen…

        „Ich bin aber der festen Ueberzeugung, dass die Probleme dieser Welt nicht dadurch entstehen, dass Menschen egoistisch sind, sondern irrational und emotional handeln. Eine Welt voller Egoisten, die ihre Ziele rational und langfristig analysieren und emotionslos verfolgen, waere um etliches friedlicher und sicherer.

        -Deine postulierte Trennung zwischen Egoismus, Irrationalität und Emotionalität ist frei erfunden. Überleg doch mal bitte: Egoismus ist doch gerade der Grund für Irrationalität und emotionales Handeln! Wenn mir 72 Jungfrauen versprochen werden und ich mir dafür den Kopf wegblasen lasse, dann ist es doch mein Egoismus; nämlich im Himmel unbedingt 72 Mädels vögeln zu müssen.

        Leute ohne übersteigertes Ego sind relativ emotionslos. Schau Dir Figuren wie Gandhi an. Und danach die Broker an der Börse beim Fallen der Aktienkurse. Unterschied bemerkt?

        „Wenn Leute sagen: „Erhalt der XYZ-Kultur“ oder „Erhlat des XYZ-Volkes“ dann meinen sie: Erhalt der Beschraenkungen der Moeglichkeiten des Einzeln sich so zu entwicklen, wie er will oder meint. Diese Reaktionaere wollen die Menschheit in tradionellen Beschraenkungen behalten, um ihren kl. Hinterhof, durch kuenstl. Kulturschranken abgegrenzt zum neachsten kl. Hinterhof, beherrschen zu wollen.“

        -Autsch! Du beschreibst gerade das westliche System, nur das der „Hinterhof“ jetzt die Welt geworden ist.
        Du kannst Dich im westlichen System, entgegen Deiner sehr positiven Einschätzung, eben nicht so entwickeln, wie Du willst, denn da gibt es nicht nur kulturelle Schranken, sondern auch gesellschaftliche und finanzielle. Die „Freiheit“ von der Du sprichst, ist nichts weiter als ein kleiner Ausschnitt eines Existenzspektrums, das der Mensch komplett erschließen könnte, wenn er sich nur aus den konditionierten Denkmustern befreien würde.
        Und das ist auch schon der springende Punkt: Sollte die Menschheit dies nicht schaffen, ist ihre Sebsttermination unausweichlich und nur noch eine Frage der Zeit.

        Wenn Du einem Kind ein Radio schenkst und ihm erklärst, dass es nicht an den Knöpfen spielen soll, weil es dann die Frequenz des Senders verstellt, der doch so toll ist, dann wird es das auch meistens nicht tun. Es ist so konditioniert worden, dass es befürchtet, es könnte dadurch einen Verlust erleiden. Das es aber auch noch 1000 andere Sender finden könnte, deren Programme vielleicht sogar besser sind, auf diese Idee wird es so schnell nicht kommen. Aber sollte es irgendwann doch die Wahrheit entdecken, wird es sich um die Zeit betrogen fühlen, in der es immer nur den selben Sender hören durfte, so abwechslungreich er auch erschien.

        Die Welt in der wir heute leben ist nicht evolutiv „von unten nach oben“ entstanden, sondern das Produkt einer hierarchischen Vergangenheit, in der die Prinzipien der Bevölkerungkontrolle entwickelt und verfeinert wurden, die bis heute ihre Anwendung finden. Diese Mechanismen lernst Du auf keiner Uni und in keinem Buch. Im Gegenteil: Diese „Medien“ sind nur dazu da, Dich ins abstruse Detail zu verwickeln, damit Du nur noch fehlerhaft und vor allem: systemgetreu schlussfolgern kannst.

        Zu dieser Wissenschaft gehören auch die Konditionierungstechniken durch akkustische, visuelle und intrakulturelle Bombardements.
        Rückseitenmuster auf Personalausweisen oder Dollarnoten gehören für mich ganz eindeutig in diesen Zusammenhang, obwohl sie nicht die schlimmsten Formen der Manipulation sind.

  27. 51 Atreju 18. November 2009 um 19:43

    Genial Momo!

    @Rheinländer: Sieh es ein, fang doch endlich mal an die Tapete mit dem schönen Muster abzureißen und versuch ein Guckloch durch die Wand zu bohren. Du solltest wenigstens mal nachschauen, ob sich dort nicht etwas Besseres versteckt! Vielleicht könntest Du davon sogar profitieren? 😉

    Du hast übrigens immer noch nichts zu unseren Kriegen und die Art der Durchführung gesagt. Befürchtest Du in ein Fettnäpfchen zu treten oder einfach nur einzugestehen, dass doch nicht alles so toll ist, was Du verteidigst?

    Wir sind doch ganz aufgeschlossene Leute. Ich hab schon oft von Kapitalismus-Jüngern gehört, dass Ihnen die Menschen in anderen Teilen der Welt scheißegal sind, denn auf irgendeinem Rücken muss unser schönes Leben in „Saus und Braus“ ja getragen werden.

    Übrigens wage ich mal zu behaupten, dass es in keiner Gesellschaft auf diesem Planeten tatsächlich noch Freiheit gibt. Versuch doch einfach mal irgendwo auf diesem PLaneten völlig legal Land zu besitzen, dass Du nicht bezahlt hast und für das Du nicht regelmäßig irgendjemand jährlich weiterhin bezahlen musst. Und ich meine nicht, das Du versuchen sollst, Dich in den Kanadischen Wäldern zu verstecken…nein, versuch doch einfach mal irgendwo in dieser Welt offen und „FREI“ zu leben ohne asozialisiert oder gar kriminalisiert zu werden. Und dann versuch der geehrten Leserschaft dieses Blogs mal zu erklären, wer eigentlich auf die perverse Idee kam, Land zu verkaufen und doch nicht zu verkaufen (Grundsteuern). Wer hat eigentlich das Spiel erfunden, in dem man nicht entscheiden kann, ob man überhaupt mitspielen will? Es gibt keine Entscheidungsfreiheit: Entweder Du spielts mit oder Du gehst drauf.

    Es waren jene egoistischen Herrscher und Mächte, die sich nicht davor gescheut haben, einfach jeden umzubringen, der nicht nach ihren Spielregeln mitgespielt hat. Unterdrückung und die permanente Bedrohung der Existenz und des Soziallebens sind die Instrumentarien unseres Systems. Ein paar gewaltbereite Alphatierchen bestimmen die Regeln. Wer kann denn solch eine Geisteshaltung allen Ernstes mit seinem Gewissen vereinbaren?

    Ich kann nur jeden Leser dieses Blogs dazu animieren, endlich hinter die Fassade unseres Lebens und unseres Systems zu blicken. Man braucht keine Verschwörungstheorien oder Ziegenköpfe auf Personalausweisen, um zu spüren, nein, um zu verstehen, dass nichts ist wie es scheint! Jedes menschliche Wesen sollte sich daran erinnnern, wo es herkommt und was es ist und dann folgende Fragen versuchen zu beantworten:

    Was ist Nahrung und wozu dient sie und was nehme ich mit ihr auf?
    Wo kommt meine Nahrung eigentlich her?
    Was ist Geld? Wo und wie entsteht es, wer besitzt es und wozu nutzt er es?
    Was sind Zinsen? Warum wurden sie „eigentlich“ von vielen Religionen offiziell für nicht gut geheißen?
    Was ist Konsum? Wozu dient er, was bewirkt er? Gibt es positiven und negativen Konsum? Wenn ja, wie sehen die Unterschiede aus?
    Wer führt eigentlich gerade Krieg und warum? Wer führt eigentlich permanent Krieg? Wer wird permanent beschuldigt Krieg führen zu wollen?
    Was ist Herrschaft? Wer herrscht und wie?
    Was ist Kontrolle? Werde ich kontrolliert?Wenn ja, wie und warum? Und könnte es mir irgendwann mal schaden oder Wissen über mich gegen mich verwendet werden?

    Ich könnte stundenlang so weiterschreiben. Am Wichtigsten ist: Stellt Euch die Frage:

    WARUM?

    Je länger und je tiefer Ihr fragt, desto erstaunlicher wird die Erkenntnis werden.

  28. 52 Erik 27. Juli 2015 um 14:05

    Hm, der ganze Artikel sagt inhaltlich hauptsächlich aus, dass es einem Bullen ähnlicher sieht als einem Bock. Die Behauptung mit den pathogenen Strahlungen ist mangels Messgeräten freilich „nur“ eine Gefühlssache und der Verstand wird da meistens darüber gestellt.
    Immerhin kann in anthroposophischen Kreisen vorausgesetzt werden, dass alle Äußerlichkeiten in der Welt tieferliegende geistige Ursachen haben. D.h. selbst wenn die Schöpfer des BRD-Personalausweises diese Symbolik hier nicht bewusst hervorgerufen haben, könnte man noch von „Zufall“ sprechen. Einen Dachziegel auf den Kopf zu bekommen, kann man ja auch für Zufall halten, außer man gerät dadurch in eine Nahtoderfahrung, dann evtl. nicht mehr. Für letztere Möglichkeit, eine tiefere Sinnhaftigkeit selbst in SCHEINBAR zufälligen Ereignissen zu sehen, ist man in anthroposophischen Kreisen immerhin offen.
    Nur weil es zufällig aktuell zum Thema passt, in den USA ist es unter Berufung auf die Religionsfreiheit mittlerweile wohl auch möglich Baphomet-Statuen auf öffentlichen Plätzen zu errichten. Das könnte jetzt freilich auch nur eine unbedeutende Randerscheinung der Menschheitsgeschichte sein, die einige verwirrte Zeitgenossen viel zu wichtig nehmen … http://www.vice.com/read/heres-the-first-look-at-the-new-satanic-monument-being-built-for-oklahomas-statehouse


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